21.Juli 2008:

Vor 9 1/2 Jahren fühlte sich eine Freundin sehr einsam auf dem Staffelder Grundstück und meinte es nur mit einem wachsamen Hund weiter dort aushalten zu können. Zu meinen Favoriten zählten Rhodesian Ridgeback und auch das grosse graue Tier, dass ich auf dem Ostrover Zeltplatz gesehen hatte, als wir dort noch klettern gingen, und das vermutlich ein Irischer Wolfshund war. Genau wusste ich das nicht. Als ich eines Tages im Sommer 1999 die Märkische Allgemeine aufschlug, bot ein Züchter in Mecklenburg IW- Welpen an. Also am Wochenende mal hingefahren und schon war es passiert: wem einmal die gigantischen „Welpen“ des Irischen Wolfshundes um die Beine gestrichen sind und die Hände abgeschleckt haben, der wird verstehen, dass ein „das überlegen wir uns noch “ nur aufschiebende Wirkung haben kann. Und schon war Alina in Staffelde zu Hause. Die Freundin war bald weg, aber das Schnuffeltier blieb. Wir erinnern uns an Fussballspiele auf der Wiese hinterm Haus und schlafen im Freien- immer bewacht vom großen lieben Tier.
Die Sächsische Schweiz wurde bald ein Lieblingsrevier des grauen Untieres. Wie oft hörten wir “ was issn das- ä Pferd?“. Nie wurden wir beklaut, wenn Alina die Rucksäcke bewachte. Es gibt bestimmt keinen zweiten Wolfshund, der so locker die Stiegen hochsprang und runterzu auch immer einen Weg fand.. finden musste, denn tragen ging bei 65 kg nicht. Gern wurde der Hirsch im wilden Forst verfolgt, aber nach spätestens 20 min kam immer ein völlig erschöpftes und verdrecktes Raubtier mit heraushängender Zunge stets ohne Hirsch zu uns zurück. Alina wurde unser Markenzeichen: einmal ohne Hund in der Neumannmühle fragte der Wirt, wo denn der Hund sei. Für uns wildfremde Leute sprachen uns an: das ist doch die Alina, wir waren zusammen in der Boofe vor soundsovielen Wochen. Wenn große Urlaubsreisen anstanden wurde es etwas schwierig, aber Polli und später Elkes Mutter kümmerten sich gern um das Zottel. So verging die Zeit, die Fußballspiele gabs nicht mehr, zum Klettern konnte sie auch nicht mehr mit; es war einfach zu anstrengend. Denn inzwischen hatte sie sich einer Totaloperation unterziehen müssen – das war knapp- und ohne Herztabletten ging es auch nicht mehr. Wenn man bedenkt dass 1 Lebensjahr eines Hundes der Riesenrassen mind. 8 bis 10 Menschenjahren entspricht, schnarchte im Flur eine hochbetagte Greisin. Die zum jungen Mädchen wurde wenn eine Katze in die Nähe kam und die auch leider unberechenbar gegenüber anderen Hündinnen wurde. Am Samstag hüpfte sie noch durch den Garten; am Sonntag d. 20. Juli lag sie schwer atmend auf der Seite im Sand eines ihrer Lieblingsplätze und konnte nicht mehr aufstehen. Beate kämpfte mit Infusionen, Spritzen und allen Mitteln- vergebens…. In der Nacht zum Montag hörte das große Herz auf zu schlagen. Sie schläft unter dem grossen Nussbaum.
Gerald und Beate