Insgesamt neun reise- und zumeist auch kletter(be)gierige Freunde finden sich im Laufe des 16.Mai 2009 ein im „Casa Margerita“, einem der weit auseinandergelegenen Häuser der Finca Rocabella mit dem zugehörigen Restaurant „Roca Bella“ über dem Dörfchen El Chorro im gleichnamigen Klettergebiet 50km nördlich von Malaga: Andreas und Martina, Walther und Ilona, Oliver und Kirsten, André sowie natürlich Gerald und ich, also Beate.

Die ersten zwei urlauben bereits seit einigen Tagen, andere fliegen soeben ein.

Berlin, Freitag, der 15.5.09

(Gerald und Beate haben URLAUB )

Unsere Haustierchen sind wie immer an Petra weitergegeben und werden garantiert über die Maßen gehegt und geknuddelt: Wildfang Vlocke ist inzwischen ein Jahr und gerade eine junge Hundedame geworden. Am liebsten tobt sie mit Ring und Gummi-Frisbie über die Wiese, buddelt schöne tiefe Löcher, saugt Freßbares in sich hinein, spielt, schmust und verteilt überall ihre piecksig-anhänglichen weißen Haare… Vlocke1

 

Mit Horn, unserem kleinen Praxis-Findling allerdings will sie nicht wirklich was zu tun haben: Blick ausweichend zur Seite – ich seh dich nicht, du bist also nicht da. Dabei hat der 130g leichte Süße inzwischen sogar schicke Zähnchen, trinkt selbständig aus seiner Flasche, knabbert Sonnenblumenkerne und kann den langen roten Schwanz elegant über den Rücken heben! Und natürlich eichhörnchengerecht klammern und keckern – aus dem wird noch ein echter Kletterer! Horn1

 

Unser AirBerlin-Flieger bringt uns in 3,5 Stunden von Berlin-Tegel, Gate C (ein ausschließlich dieser Fluggesellschaft vorbehaltener Flugsteig – Kapazitätenausbau trotz angedachter Schließung des Flughafens mit der für 2011 geplanten Inbetriebnahme des Schönefelder Großflughafens) nach Andalusien. Malaga begrüßt uns am frühen Abend mit samtig-warmer Luft und Sonnenflecken… Beim Autovermieter „Centauro“ steigen wir in unseren kleinen roten Pegeuot 207. Dass er rechtstürig etwas abgeschrammt und eingedellt ist, sei wohl den später vielfach zu findenden engsten Gässchen in kleinen Städten und Dörfern geschuldet.

Wir buchen unser Wägelchen mit „Tank voll, dann leer“. Will heißen: Die nächsten ca.75okm hast du bereits bezahlt. Fährst du allerdings deutlich weniger, freut´s den Vermieter. Zur eigentlichen Vollkasko?? legt man uns für weitere 20.- € noch eine Zusatzversicherung für Scheiben und Unterboden dazu – gar nicht so unwichtig, da wir späterhin über so manchen steinigen Feldweg hoppeln sollten.

Und los geht´s. Zunächst zu einem der regelmäßig zu findenden Supermercados – riesigen Einkaufshallen für (fast) alles und jeden. Wir stöbern durch die Regalreihen, schnuppern hier (sehr markant: die Bereiche Fleisch und Käse), begutachten da (breites Angebot an Meeresgetier), buchstabieren uns durch fremdsprachige Etiketten.

Auf der Suche nach Frühstück für neun Leute für die nächsten zwei Tage. Und für die Abende lecker Bier und Wein. Gar nicht so einfach: Wer mag welchen Käse, welche Wurst, lieber Quark oder irgendeine Marmelade, wie viel Brot wird benötigt? Dazu Kaffee, Milch, Tee,… und eine riesige Melone. (Übrigens haben Martina und Andreas ebenfalls das Auto vollgepackt – erstaunlicherweise unabgesprochen ideal ergänzend zu dem, was wir nicht bedachten oder nicht fanden.).

Und schon rollt unser Auto die breite Straße am Hafen hinunter, irgendwo hier im Viertel versteckt sich unser Hotel „Lola“ der Kette Room Mate Hotels. Über Kreisverkehr an Kreisverkehr gelangen wir wegen vorgeschriebener Fahrtrichtung ungewollt in die Altstadt, finden auf die gegenläufige linke Spur. Und fahren nun dreispurig nur noch geradeaus! Zur einsamen Rechtsabbiegemöglichkeit nach etlichen Kilometern können wir nicht schnell genug wechseln – also weiter. Dürften fast schon wieder am Flughafen sein! Endlich auf Retourkurs verpassen wir 50m vom „Lola“ entfernt die erste und einzige ins Viertel führende enge Einbahnstraße – also auf zur nächsten Runde. Um dann sekundengenau den weit und breit einzigen gerade freiwerdenden Parkplatz in der engen Casas de Campos direkt vorm Hotel zu ergattern. (Die Tiefgarage entdecken wir erst am folgenden Morgen.) Einzug in Überraschung an Stil und Frische für ganze 85.-€ incl.ausgiebigem Frühstück bis 12 Uhr.Hotel_Malaga

Wir bummeln durch die abendschwangere Stadt, überqueren die breite Alameda Prinicpal. Und landen in einer schlauchförmigen Bodega. Faß an Faß linkswändig. Vorm Tresen drängeln sich weindurstige Menschen. Lachen, Schnattern. Gerald nascht für 2.-€ „..leider nur zwei“ (O-Ton) Gläschen Malaga, dann zieh ich ihn weiter.Bodega_MAlaga

Wollen durch enge verwinkelte Gassen schlendern, die Gerüche der vielen Küchen einsaugen. Das Straßenpflaster der breiten Einkaufsmeile spiegelt sich marmorgleich in den bunten Lichtern der lockenden Auslagen. Jung und Alt flaniert gut hörbar in auffälliger Aufmachung – wir ziehen uns zurück. In ein kleines abgelegenes Restaurant, fünf Tischlein, ein langsamer Kellner. Blick ins Rauminnere: Ein weißhaariger Herr mit dickem Bauch unter quergestreiftem Poloshirt raucht und raucht und… Die zunächst bestellte Vorspeise erweist sich als riesig umfangreich – mehr geht einfach nicht! Erstaunlicherweise zahlen wir inklusive mehrerer Getränke ganze 18.-€! Und haben außerdem noch Einblick ins Abendleben der engen Gasse: Der gewichtige gelbhemdige Mittdreißiger mit dem sich markant unterm Stoff wölbenden Nabelbruch. Die drei dunkelhäutigen Schönheiten am Nebentisch, das Geplapper der Menschen um uns herum. Ruhe. Angekommensein.beate_malaga

 

 
 

 

 
Samstag, 16.5.

Bevor wir nach einem ausgiebigen Frühstück gen El Chorro und somit dem Himmel um ca. 800m näher reisen, wollen wir die Füße noch von salzigen Wellen umspülen lassen. Wir rollen die Costa del Sol ostwärts Richtung Motril, vorbei an dicht bei dicht errichteten Neubauten – es sind dies (zumeist leerstehende) Ferienwohnungen. Nahe des Örtchens Punta de Torrox lassen wir auf rundsteinigem Strand dann doch alle viere grade sein. Das Wasser leckt an den vorsichtig hineingetauchten Zehen- brrr, ist das kalt! Möwen kreischen…

Ein kleines Strandrestaurant lockt uns an, da vorwiegend Einheimische hier Platz genommen haben: Der weißhaarige Schnelltrinker und Dauerraucher am Tresen. Die junge Familie neben uns: Er ist der vieltelefonierende Chef, der Bestimmer. Seine Frau hat sich mächtig herausgeputzt, ein gelangweilter Knirps quengelt beinebaumelnd um Aufmerksamkeit. Mit am Tisch sitzt ihre dicke Freundin und ein moppeliger Bekannter. Alle Erwachsenen rauchen und rauchen, essen und trinken. Der Rundliche beobachtet die Runde, versucht Kontakt – sie ist abweisend. Er knaupelt an seinen fleischigen Fingern… Eine gazellengleiche Oben-ohne-Schönheit rekelt sich in beobachtungsgewisser Nähe im Sand. Daß es ewig dauert, bis uns ein sehr durchschnittliche Essen für stolze 26€ serviert wird, mindert das Erlebnis keineswegs.
Gegen 16h folgen wir der A335 bei Torre ins Landesinnere gen El Chorro. Wir orientieren uns anhand der im Reiseführer (MüllerVerlag) beigelegten Landkarte – nicht alle Eintragungen sollten sich mit den Angaben vor Ort decken. Ein GPS oder Navi besitzen wir nicht. (Gerald wird später in einer ruhigen Stunde in der Unterkunft sich in die Geheimnisse des selbigen (stolzer Besitzer: Walther; Martina sowie Oliver haben aber auch (jeweils)eins!) einweisen lassen und testend als „Auto“ mit max.20km/h den Weg zum Haus runter und hochflitzen ).

 

Bei Casabermeja, einem kleinen niedlichen Ort, entdecken wir auf einer Wiese hoch über der Autobahn einen der etwa 100 in Spanien aufgestellten „Eisen“Stiere. Die Gelegenheit auf ein besonderes Kletterfoto lassen wir uns nicht entgehen – ran an das Vorderbein des gut 12m aufragenden Riesen!
Über Antequera nähern wir uns unserem Ziel, verpassen allerdings den Abzweig auf die A343. Und so führt uns eine kleine Bergstraße scheinbar endlos hoch und runter, links und rechts, mal wenige verstreut liegende Häuschen, ein paar Ziegen, dann wieder weite Felder und Wiesen, hineingesprenkelte Mohntupfen. Kaum Menschen. Mein Magen .. Vorbei an El Torcal, den riesigen Gesteinsbergen der Sierra de Chimenea rollt unser kleiner Roter gegen 19h dann doch die Zufahrt zu unserem Häuschen hinauf: Vier Zimmer auf zwei Etagen, ein kleiner Pool, der Grill dichtbei – einfach knuffig. (Da der untere Bereich aktuell nicht verschlossen werden kann, wird der im Restaurant benachrichtigte Vermieter morgen ein schickes Provisorium basteln: Ein kleines Kettchen führt von innen nach außen; der Schlüssel ist ein winzig-zarter, vergleichbar mit denen unserer Sparschweinchen oder Poesiealben . Irgendwann im Laufe der Woche wird dann ein regulär funktionierendes Schloß eingesetzt.)

Mit Martina und Andreas – beide sind bereits seit einer Woche in Spanien unterwegs – setzen wir uns erst einmal auf ein Willkommensbierchen/ -weinchen auf die Terrasse und genießen den weiten Blick auf sattgrüne Hänge. Der heiser bellende Nachbarhund ist selten nur zu hören, die hier wohnenden Katzen werden uns – laut um Futter bettelnd – öfter besuchen. Unter Aufsicht aller Anwesenden fungiert Martina als Glücksfee: Kleine Papierschnipsel werden pärchenweise benannt und zusammengefaltet im Topf versteckt. Tuch drüber – blindes Tasten. Die Zimmer werden verlost. André, der solo anreist, muß parterre auf der Couch in Flur schlafen und darf nicht am Losglück teilhaben. Nächtliche Badbesucher werden sich eben gaaanz leise an ihm vorbeischleichen.

Mit hungrigen Mägen und in Erwartung der restlichen Freunde plazieren wir uns auf der Terasse des RocaBella. Die junge Kellnerin reicht die übersichtlich gehaltene Speisekarte. Rotwein, Bier und Wasser dazu – und als kurz danach Oliver und Kirsten in ihrem kleinen schwarzen Kia vorrollen, naschen wir bereits an Salat, Fisch und Fleisch.

Doch wo bleiben Walther,Ilona und André? Zusammen mit den Kia- Fahrern gelandet und ins eigene Auto gestiegen, hat man sich schnell aus den Augen verloren. Zum einen wird ihr Navi einen anderen Weg weisen. Außerdem muckert der liebe Ford Focus: Er schleicht knurrend den Berg hoch, verbreitet unangenehme Gerüche nach ??? – und wird am nächsten Morgen gerade noch die 100m vom Restaurant bis zur Unterkunft fahren. Finito – der Abschleppdienst schlägt zu. The only option: Montagmorgen setzen sich Walther und Martina als (falls benötigt) Dolmetscher ins Taxi, um in Malaga den Austauschwagen abzuholen. Klappt prima.

Jedenfalls tuckern die ziemlich müden Truppenreste erst nach Einbruch der Dunkelheit (und dies ist hierzulande recht spät gegen 23h; dafür starrst du früh beim zweiten mickrigen Hahnenschrei gegen 5.30h noch völlig in die Finsternis) ein. Sind froh, ankommen zu dürfen. Darauf einen Weißwein des Hauses oder was jeder so mag!

Sonntag, 17.5.

Blauer Himmel kündigt einen durchweg heißen Tag an – die als mittlere Temperatur benannten ca. 23°C werden auch künftig bis auf 39°C angehoben; erst am Freitagabend wird es kräftig wetterleuchten und nachts gewittern und Samstag (23.5. und somit unser letzter Klettertag) etwas bedeckt sein.Tagesbeginn: Eine Gruppe Erwachsener in den besten Jahren (so die unsrige!) setzt sich natürlich zusammen aus den Frühen und den Späten: Gerald und ich gehören eindeutig zu den letzteren – ein sehr angenehmer Teil eines Urlaubes ist doch auch das fehlende Weckergekreische am Morgen. Will heißen, man kann sich wohlig nochmals wenden und einkuscheln, auch wenn draußen gegen 8Uhr die ersten Schritte und Stimmen hörbar sind

Und so kommen wir beide fast täglich als Bummel-Letzte an den gedeckten Tisch – danke nochmals allen beteiligten lieben Frühstücksbereitern! Und dann sitzen wir Neune auf unserer Terrasse um die beiden runden Tischlein postiert, futtern Brot und Marmelade, Käse, dünne und dicke Würste, ab und an ein Ei oder einen Joghurt. Tomaten, Gurken, Melone – alles da! Dazu gibt´s Kaffee, Milch und Cappucino. (Das erste Wochenende versorgen wir uns aus dem Freitags-Großeinkauf; später wird preiswert für jeweils gut 100€ für zwei leckere Grillabende insbesondere Fleisch und Fisch nachgekauft.)

So, alle fertig werden und ran an die Wand! Martina bleibt am Häuschen, um mögliche Schloßreparaturen (die erst morgen langsam voranschreiten) zu überwachen. Nimmt sich ein Buch und einfach eine geruhsame Auszeit am Pool…

Die folgenden Tage wird sich unsere Gruppe mal gemeinsam, mal paarweise dem einen oder anderen Klettergebiet zuwenden. Dabei erweisen sich Oliver und Kirsten als die absolut Unermüdlichen: Gerald und ich erkunden fast immer noch nach einigen Routen das Umland, Walther, Ilona, André und Andreas klettern bei hohen Temperaturen wechselseitig wieder und wieder die Wege im Bereich von 5+ bis 6a+, finden doch aber irgendwann zum spätnachmittäglichen Feierabend. Die beiden anderen Kletterlinge aber arbeiten sich in höheren Schwierigkeitsgraden auch lange noch dann die Wände hinauf, wenn alle anderen schon im Quartier eintrudeln. Einfach schön, daß so jeder seinen ihm genehmen Teil Urlaubsgestaltung finden kann.

 

Wir fahren die zwei Kilometer bis zum Stausee hinab und schieben uns dort vorsichtig durch ein enges Gässchen im dortigen Anteil Hausansammlungen von El Chorro. Vom kleinen Parkplatz unterhalb der Bahnbrücke sind es nur wenige Meter auf schmalem Pfad bis zum Fels. Unter uns liegt der tiefstgelegene der Stauseen um den Rio Gualdahorce; das monotone Brummen der Trafos des Wasserkraftwerkes mindert den idyllischen Eindruck allerdings erheblich…

Anfangs finden sich noch einige wenige Schattenwege; die liebe Sonne lugt aber sehr bald auch in diese teilweise recht speckig abgegriffenen Bereiche. Außer uns ist nur noch ein anderes Paar vor Ort – die Zeit schiebt sich auf Mittag; der einheimische Climber wird uns erst felswärts begegnen, wenn wir uns bereits wieder auf den Rückweg machen. Keiner von ihnen käme offenbar auf die Idee, sich in der prallen Glut zu quälen – nur der eifrige Touri tut´s mal wieder, naja. Aber schließlich will man spätertags ja auf Entdeckungsreise, faul am Pool rumkullern oder sonstig wichtige Freizeitdinge tun!
Gerald und ich halten bis 14.30h durch, dann wird mir doch etwas wackelig auf den heißen Füßen. Wir fahren die auf der anderen Seite des Sees bergan weiterführende kurvenreiche Straße Richtung Ardales. Das Wägelchen schiebt sich vorbei an markanten Felserosionen – mal kleinkieselig-rund, mal höhlenartig ausgewaschen. Ein kleiner Abzweig würde zu den Ruinen von Bombastro, einer Festungssiedlung aus dem 10.Jahrhundert führen. An einem der oberen Stauseen tummeln sich viele Sonntagsausflügler in Großfamilie – wir drehen um
Fast wieder auf Höhe der uns jetzt gegenüberliegenden Kletterfelsen haben wir Sicht auf den Eingang zu der bis zu 400m hohen, oftmals nur wenige Meter breiten Schlucht Desfiladero de los Gaitanes., die der Río Gualdahorce ins Gestein gegraben hat. Vom wilden Fluß ist nur ein schmales Band als Zufluß zum unteren See geblieben. In dem grünlichen Wasser tummeln sich große Fische um eine flache Sandbank. Am linksseitigen Schluchtteil entdecken wir zu unserer großen Überraschung zwei Kletterer. Nach wie vor ist es völlig unklar, wie sie dorthin kamen. Ein Einqueren vom rechtseitigen Teil scheint nicht machbar – bleibt nur der Aufstieg links von den feuchten Sandbänken aus. An der anderen Wand der Felsschlucht führt in etwa 100m Höhe der legendäre Caminito (auch Camino) del Rey entlang, ein bis zu einem Meter breiter künstlich angelegter und abgestützter Pfad1905 nach vierjähriger Bauzeit vollendet als Weg für die die Bahnstrecke errichtenden Bauarbeiter. Seit 2000 allerdings ist er wegen seines baufälligen Zustandes offiziell gesperrt. Gleiches gilt auch für die drei kurzen Tunnel der oberhalb des Einstiegs führenden Bahnlinie, zwischen denen man eindrucksvolle Blicke auf den kleinen Königsweg hat. Nur so wirklich hält man sich nicht an das Verbot. An den Wochenenden sollen Kontrolleure unterwegs sein und saftige Bußgelder einfordern… Wie auch immer – die Kletterneugier jedenfalls ist geweckt!
Abends finden wir uns erneut im Restaurant des RocaBella ein; die Gerichte werden untereinander getauscht, der süffige Hauswein und das leckere Bier stehen bereit. Die Rechnung wird sich über die folgenden Tage leicht von anfangs etwa 150 auf gut 180€ steigern – es ist Urlaub…
Montag, 18.5.

Geklettert wird heut zunächst ortsnah an schrägen Platten im 5er und 6er Bereich. Wieder sind um diese Tageszeit außer uns nur wenige Sportliche unterwegs.

Zwischen Stachelsträuchern entdecke ich zuerst eine etwa 70cm lange komplett abgezogene Schlangenhaut. Mein Mitnahmeversuch – ich verpacke sie vorsichtig im Rucksack – scheitert; das begehrte Objekt zerkrümelt im Laufe der folgenden Tage. Sicher wird der geneigte Leser sich jetzt wundern: Was zum Kuckuck wollte sie denn damit? Sehr erschüttert, wenn ich gestehe, eigentlich die danach entdeckte verstorbene kleine bunte Eidechse ebenfalls entführen zu wollen? Wiederbelebung zwecklos, sagt der Tierarzt – aber: Man weiß ja nie, wozu man das alles noch gebrauchen kann, oder? Nun, Geralds vorsichtige Proteste (und dabei entströmten der Armen keine seltsamen Gerüche oder krabbelten Fliegen auf ihr herum; sie hatte schon eher den Mumienstatus) ließen mich dann doch nur zu Kamera greifen. Ende der Sammlerkarriere.

 

Am frühen Nachmittag setzen wir alle um zum etwa 25km entfernten El Torcal, einem zum Naturschutzgebiet erklärten Kalksteinplateau, an dem durch Witterung bizarre Gesteinsformen entstanden sind – erinnert ein wenig an unser Elbi auf engem Raum zusammengedrängt. U.a. bietet auch ein dem Aussichtspunkt vorgelagerter Fels Klettermöglichkeiten. Am mittleren Weg kämpft sich Vorsteiger André die im Einstieg hochkniffelige 6b hoch; die anderen Routen sind deutlich leichter. Und schon wieder schiebt sich die Sonne gaaanz langsam hinter die Hügel und wir uns auf die Stühle im RocaBella.

 

 

Dienstag, 19.5.

Heut steht Spannendes bevor – der Caminito del Rey wartet auf uns:

An seinem Beginn fehlen etwa zwanzig Meter der Weg-Konstruktion; alleinig die stählernen Rahmenträger sind weitestgehend erhalten. An ihnen arbeitet sich Walther mit Seilsicherung über bis zu dreißig Meter schräg abfallendem Grund zum sicheren Stand. Nach und nach folgen wir alle;

ein sportlicher Portugiese aus Porto schließt sich uns an. Eigentlich ein Kanut (ehemaliger Weltranglistenelfter?), hat er bei youtube ein Video über die Speedbegehung des Weges in nur sechs Minuten – was natürlich jede Art von zeitbenötigender Selbstsicherung ausschließt! – gesehen und mußte einfach kommen. Ausgerüstet mit Klettergurt und einem kurzen Seil! Welch Zufall, daß wir gerade jetzt am Einsteigen sind – wäre er sonst solo losbalanciert? Nach etwa zehn Minuten bleibt er gegenüber der Tunnel, an denen seine Freundin wartet, zurück. Zumindest muß er den Heimweg irgendwie allein bewältigt haben, da wir ihm nicht mehr begegnen.

 

Entlang der Felswand führt ein klettersteigartig aber recht dünnes verankertes Stahlseil. Und so klinkst du dich brav Sektor für Sektor allein ein und aus. Schön warten, bis der Vorgänger weitergezogen und über die immer mal wieder im Bodenbelag gähnenden breiten Löcher geklettert ist. In einer Nische findet sich eine Gedenktafel an drei im Jahre 2000 Verunfallte – „Disteis un gran salto a la libertad“…Und doch lebt es sich vielgestaltig in dieser Abgeschiedenheit: zartes Grün nistet in verwinkelten Eckchen, kleine Eidechsen sonnen sich auf warmem Gestein, flinke Schwalben huschen an dir vorbei, amselgleiche Rotschnäbler mit ebensolchen Beinchen kreuzen ihre Bahn…

 

Nach gut eineinhalb Stunden endet unser Weg auf einer Wiese mit wilden Orangen-bäumchen. Die hoch hängenden Früchte locken Kirsten ins untere Geäst – ein wenig faultiergleich baumelnd versucht sie vergeblich die Dunkelgelben zu greifen. Inzwischen ist Gerald zum Nachbarbaum spaziert, hat einfach zweimal lange Arme gemacht und eifrig geerntet. Allerdings schmeckt die Beute ausgesprochen bitter.

 

Die Gruppe sammelt sich an einem ca. sechs Meter breiten eiligen Flüsschen – jeder versucht auf seine Art die Querung durch das gut kniehohe trübe Naß: blind fußtastend mit balancierend ausgebreiteten Armen, stochernd einen Ast mitführend, sich schlurfend von Stein zu Stein mühend oder nur von einem Felsbrocken zum nächsten hangelnd – letzteres allerdings erfolglos.
Am anderen Ufer links und rechts der Bahnlinie locken sonnenwarme schrägplattige Wände.
Im etwa Stundenabstand schiebt sich langsam ein Zug vorbei.
Nach gut drei Stunden Sportlichkeit dann grüppchengetrennter Aufbruch: zehnminütiger Fußmarsch entlang der Schienen bis zum Einstieg zum Camino del Rey….
 

……oder den ganzen Hinweg zurück. An dessen Ende wird dann gut zwanzig Meter abgeseilt – und schon ist man wieder im Wanderbereich.

So sieht übrigens ein gut erhaltenes Stück Weg von unten aus.
Wir treffen uns gut eine Stunde später wieder am kleinen Bahnhof von El Chorro – hier führt ein kleines gebeugtes Mütterchen ihr winziges Restaurant.
Doch da heut gekocht werden soll, kurven unsere drei Wagen (Martina ist mit dem vierten am Haus geblieben) durch das sich einen Hügel hinaufschiebende Städtchen Alora auf der Suche nach einem großen Mercador. Walther´s GPS führt uns zweimal in Folge durch die gleichen superengen verwinkelten Gässchen der Altstadt, die Fahrtrichtung ist durch diverse Schilder zwingend vorgegeben. Irgendwann schabt eine böse Hauswand dem braven Leihauto Striemen in den Lack. Das Such- und Führungsduo wechselt – jetzt kurven Oliver und Kirsten allen voran. Der gesuchte Markt ist durch keinerlei Hinweisschild gekennzeichnet und befindet sich geheimnishütend am Ende einer kleinen Sackgasse im Untergeschoß. Und so sammeln sich doch noch alle durch die Regale und schleppen Ware im Wert von 135€ zu den Autos. Zu Hause wird der Grill angeworfen. Alle schnippeln und kreieren gemeinsam – es wird ein super leckeres Abendessen gleich neben dem Pool mit Blick auf die sattgrüne Natur. Die beiden Hauskätzchen – eine nervig schreiende Bunte und eine gerade Kinder versorgende Schwarze klauen zuerst ein rohes Steak – die Beute ist unwiederbringlich auf und davon – und versuchen sich dann im Durchwühlen des Abfalleimers. Wir werden sie künftig zu allen auf der Terrasse stattfindenden Mahlzeiten begrüßen dürfen.
Mittwoch, 20.5.

Heute splitten sich unsere Gruppenaktivitäten:

Andreas und Martina werden gut sechs Stunden durch das auf einem Felsplateau errichtete und durch eine tiefe Schlucht geteilte alte Städtchen Ronda ziehen, die angejahrten Gemäuer bestaunen, hier und da leckere Tapas naschen, ein wenig einkaufsbummeln. Ohne uns zu begegnen, stromern wir, Gerald und ich, anfangs zeitgleich ebenfalls durch die Gassen Rondas, fahren allerdings nach zwei Stunden Aufenthalt unserem eigentlichen Tagesziel entgegen: Auf nach Gibraltar! Die restlichen Urlauber erklimmen wie schon die Tage zuvor fleißig und unermüdlich Route für Route an kantigem Gestein.

 

Unsere Straße schlängelt sich himmelsnah durch die rauhe aber nicht sonderlich interessante Serrania de Ronda – doch je näher die Küstenregionen kommen, desto häufiger hocken breite Gebäudekomplexe inmitten der stillen weiten Hügelketten. Oftmals nie beendete Bauvorhaben, Spekulation auf Teilhabe am großen Kuchen Tourismus … und der riesige Golfplatz direkt neben der Autobahn mag nur die Spitze der Skurrilität aufzeigen!

Und plötzlich sind wir da: der bis zu gut 420m steil aus dem Meer aufragende felsigeTeil Großbritanniens ist per Auto nur über eine einzige Zufahrt zugänglich – dabei querst du die Rollbahn des ansässigen Flughafens. Ampeln regeln den Stop bei Flugverkehr (leider hatten wir nicht das Erlebnis, solch einen Riesenvogel direkt vor uns landen zu sehen) – und schon schiebst du dich durch die engen Gassen dem Parkbereich des als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Felsengipfels entgegen.

 

Nach kurzer Besichtigung der eingangs liegenden Höhlen wählen wir nicht die einladende Variante Seilbahn, um ganz nach oben zu gelangen, sondern stapfen die gut 600 steilen Stufen hinauf. Im Schatten der Treppensteine dämmern Affen der Abendkühle entgegen. Auf einem Steinblock mühen sich Ameisen vergebens, den einsamen Kopf einer (wahrscheinlich) Wespe in eines ihrer Zugangslöcher zum Bau zu befördern: Zwei Fleißige schieben die Beute hin und her – mal beide zugleich, dann jede von einer Seite, drehen und wenden sie – es klappt einfach nicht. Andere kommen hinzu, tasten kommunizierend die Fühler, rollen dann den Kopf zum nächstgrößeren Loch, man zieht von unten, drückt von oben… Etwa fünf Minuten beobachte ich gespannt, wie sich immer mehr Ameisen an der Aktion beteiligen, wie immer neue Strategien versucht werden – bis dato vergeblich. Ganz bestimmt aber taucht irgendwann der Schlaue auf, der die Teilung des Brockens anregen wird.
Am Ende der Stufen angekommen, hat man einen weiten Blick auf die

süd-westwärts ausgerichtete dicht besiedelte sonnige Seite Gibraltars mit seinem Hafen. Ständige Betriebsamkeit dröhnt bis zu uns herauf. Irgendwann auch ist unverkennbares Schießplatz-Knallen zu hören!

 

Dagegen wirkt die steil abfallende dem Mittelmeer zugewandte Region karg und kalt: Heftige Brandung rollt ans Ufer. Kühle Aufwinde treiben laut rufende Möwen massenweise bis auf unsere Höhe, der späte Nachmittag schiebt bereits lange Schatten über die wenigen Häuser an der einzigen engen Uferstraße voran. Später finden wir eben jene Behausungen und die davor parkenden Autos gleichmäßig dicht besprenkelt mit den weißen Ausscheidungen der vielen Gefiederten…Das Glück kommt von oben .
In der Enge der Altstadt überlassen wir unser Wägelchen einem Parkhaus, um auf dem Zentralplatz Gibraltars in der noch wärmenden Abendsonne ein wenig Leute zu schauen bei fish and chips vom Marokkaner. Um das Halbinselchen zu verlassen, reihen wir uns ein in die sich langsam schiebende Schlängelei vor den Grenzkontrollposten, um nach gut einer halben Stunde wieder auf spanischem Boden den Bergen entgegen zu rollen
Donnerstag, 21.5.

Zu Hause feiert man Himmelfahrt; hier dagegen wird gearbeitet.

Martina will sich auf den Weg zum Mercador in Alora für den fälligen Großeinkauf machen.

Wir anderen planen den Einstieg in den Caminito del Rey von der anderen Seite der engen Schlucht aus. Die Autos parken über dem wunderbar moosgrün schimmernden Embalse del Conde de Gualdahorce, in dem ein einsamer Schwimmer seine ruhige Bahn zieht. Die Sonne treibt uns schon beim Bergablaufen die ersten Schweißtröpfchen in die erwartungsvollen Gesichter. Nach etwa zwanzig Minuten passieren wir ein altes Wasserwerk. Die unmittelbar dahinter liegende Schlucht ist nicht direkt zugänglich; auf etwa zehn Metern Länge fehlt der den Weg darstellende Steg. Dies hat jedoch offensichtlich schon vor uns andere nicht abgehalten, diesen Bereich einfach zu überklettern: ein Abseilring ist in der schrägen Wand angebracht.

Und auch wir seilen daran ab bis auf den jetzt mehr oder weniger intakten Steg. Dieses Mal jedoch gibt es keine am Fels angebrachte Haltevorrichtungen. Dafür ragen im Abstand von vielleicht fünf Metern gebogene wackelig-rostige Träger aus der Wand über uns und finden zumeist die Verbindung zur knapp einen Meter breiten, rissigen Stegplatte. Die Reste eines maroden Geländers vervollständigen das Ganze. Ein mulmiges Bauchgefühl, sich so an der Grenze zur etwa sechzig Meter tiefen Schlucht entlangzuschleichen. Hält die Konstruktion? Wenn nicht – wie lange tut´s der Eisenträger, den du dann vielleicht umklammern könntest. Und – wie kommst du dann weiter, sollten die Hände überhaupt so lange… Nach etwa hundert Metern führt eine kleine bröckelige Treppe in die Tiefe. Einige erkunden, die anderen warten oben. Rot-schnäbelig-beinige Flieger sausen windesschnell vor uns hin und her… Letztlich kehren Gerald und ich um, da der einsehbare untere Bereich auch nicht vertrauenerweckender aussieht und im ungünstigsten Fall keiner wüsste, wo wir festsäßen. Kurz danach hat uns das gute alte Wasserwerk wieder. Die anderen setzen ihren Weg fort und werden am frühen Abend gottseidank wohlbehalten im Quartier eintreffen.
Wir beide kehren zur bereits bekannten Kletterstelle auf der anderen Seite des Caminito del Rey zurück und sporteln etwa drei Stunden über dem Bahntunnel. Danach wird lecker gefuttert in der gegenüber El Chorro straßengelegenen Bar del Pisar. Ein kleiner gelber Hund mag unbedingt beschmust werden… Und jetzt will auch Beate mal ans Steuer – keine 100m weiter werde ich von der Guardia Civil zur Kontrolle an den Straßenrand gewunken. Nachdem sie jedoch erkannt haben, dass wir harmlose Touristen sind, dürfen wir weitertuckern…

 

Gegen 17Uhr sind wir und Martina die einzigen im Quartier, ungewohnte Einsamkeit. Ich tippe bei einem Gläschen Roten Gedankengänge in die Tastatur des mitgeschleppten Netbooks. Gerald bereitet zusammen mit unserer tüchtigen Einkäuferin das Abendessen vor, liest in einer der herumliegenden Zeitschriften. Und alle plantschen wir im Pool – das ist Urlaub .

19.25 Uhr – gerade kommen unsere Schlucht-Erkundler angerollt. Sie waren dem Steg tiefer zwischen die Felsen gefolgt und sind dort auch geklettert. Weiter ging´s balancierend über eine merkwürdige Brücke, die anstelle eines Geländers mit einer eigenwilligen Unterrollen-Konstruktion ausgerüstet war. Jetzt sind alle geschafft, verschwitzt und hungrig – also Dusche, Pool, Futter – in genau dieser Reihenfolge.

 

Freitag, 22.5.

Heute wird die ganze Truppe durch das uns bereits bekannte Naturschutzgebiet El Torcal wandern. Auf dem Hinweg grüßen uns die sattroten Tupfen einer Mohnfeld-Wiese. Ziegen stapeln sich schattensuchend an einer schrägen Hauswand – mit mäßigem Erfolg.

In El Torcal gibt es zwei Rundwege unterschiedlicher Länge durch die ein wenig wie das auf engstem Raum komprimierte Elbsandsteingebirge wirkenden Steingebilde. Die von uns begangenen längeren drei Kilometer sind mit zwei Stunden Wanderzeit veranschlagt.

Walther und Gerald können´s nicht lassen, erklimmen einen etwa fünfzehn Meter hohen Felsturm und posieren im Standwaagen-Profil.
 

Alle haben die Dringlichkeit verstanden – und los geht´s zu den eigentlichen Kletterfelsen.

Gut zwei Stunden später ziehen Gerald und ich als Einkäufer los: Nach einer ausgiebigen Poolplantscherei der heimgekehrten Sportler – Kirsten gar stürzt sich in voller Klamottur in die Fluten – gibt es gegrillte Dorade, Langustenspieße, leckere Melone, Paprikasalat, Tomaten und Käse. Dazu Bier und Wein – so könnte es ewig weitergehen.

Walther hat lange schon sein Herz an die beiden Hausgeckos verloren und versucht jetzt, weit gestreckt auf einem Stuhl balancierend, dem einen, der da lauernd in der Senkrechten neben der Lampe haftet, einen besonders großen Falter zukommen zu lassen. Doch es will nicht klappen. Erst lässt sich das Insekt nicht in die für ihn lebensgefährliche Zone dirigieren. Bleibt stur sitzen, flattert dann ein wenig zurück, trippelt doch wieder ein paar Zentimeterchen voran. Schließlich verliert Herr Gecko die Geduld – und husch, weg ist er.

Der Himmel trägt dicke Wolken, es grollt und blitzt die ganze Nacht. Ein Ortsansässiger hat Martina Regen angekündigt – die Ameisen laufen nur in eine Richtung. Nächtens fallen schwere Tropfen.

Samstag, 23.5.

So weit, so stimmig. Allerdings sind die flinken Fleißigen heute Morgen wieder beidrichtig unterwegs – und auch jetzt regnet es ab und an… wie also? Egal – die gemäßigten Temperaturen lassen uns nach einem geruhsamen und ausgiebigen Frühstück leichter und flinker denn je klettern. Da es unser letzter gemeinsamer Urlaubstag ist, bleiben wir nahe El Chorro.

Gerald und ich erkunden am späten Nachmittag noch das neue Quartier von Walther, Ilona und André – sie werden noch ein paar Tage länger bleiben in einer nahegelegenen kleinen Anlage. Auch hier gibt es einen kleinen Pool (und ein großes Schild an der Tür zur Umzäunung „Tür bitte immer schließen – Leo kann noch nicht schwimmen“), doch verliert sich der Blick am nahen Hang.

Tja, nach einem nochmals ausgiebigen und lustigen Abendessen im RoccaBella krauchen alle in ihre Zimmerchen, die Nacht wird kurz.

Sonntag, 24.5.

Es wird gegen fünf Uhr gewesen sein, als wir beide in stiller Dunkelheit aus dem Haus schleichen. Unser Auto kurvt einsam durch ruhende Dörfchen dem etwa fünfzig Kilometer entfernten Malaga entgegen. Dort werden wir es beim Autovermieter abgeben und dann zum Flughafen gebracht werden. Wenn es denn so einfach wäre, anhand der flüchtig gestrichelten Skizze unser Ziel zu finden – nach dreimaligem Kreisfahren und Wenden jedoch tragen wir unser Gepäck in den bereitstehenden Shuttle-Bus. Der allerdings nicht starten kann, da kein Fahrer an Bord ist. Der wiederum kurvt mit dem zweiten Bus nach etwa zwanzig Minuten auf den Hof, wechselt geruhsam das Fahrzeug –

und schon geht´s per Flieger Berlin entgegen. Und auch wenn im Landeanflug die Maschine mächtig durchgerüttelt wird – der nächste Urlaub kommt bestimmt.

Bis baaald