Wie gewohnt kurz entschlossen, entschieden wir uns, die Zeit vor Weihnachten 2006 diesmal in Thailand zu verbringen. Den Ausschlag dazu gab, na was wohl: man soll dort super klettern können. Die erste Internetrecherche sah vielversprechend aus:

luftbild

Aus Beates Tagebuch:

Wieder einmal liegt mit der Thailand-Tour vom 29.11. – 14.12.06 eine wunderschöne AUS-Zeit hinter uns; wieder einmal versuchte ich die Momente in Worten zu halten – und wieder einmal bleibt alles doch nur bruchstückhaft, angedeutet, unvollständig… Eine gute Gelegenheit, sich zurückzulehnen, Augen zu, Erinnerungen – ich freu’ mich schon riiiesig auf unsere nächsten Abenteuer!

 

Thailand, Ao Nang

2.12.06 (Samstag)

Wir sitzen in einem der vielen Straßenrestaurants (kleine Angebote an bunt gestalteter Futterei, frisch und öffentlich zubereitet), warten auf lecker-üppiges Mahl; die Straße lebt – Musik, Mopeds, Kleinkinder auch jetzt noch kurz vor 21.00h, und noch immer sicher 25°C warm … Rückblick:

Vorbereitung/ Einarbeitung der Neuvertretungen durch Simone und Dorothé neben vollem Wartezimmer; einfach keine Ruhe, kein Ende… Dazu die Sorgen um Alina: Eine Woche vor unserem Abflug im Allgemeinzustand ganz mächtig gekippt, schlapp, trinkt viel, Blutbild zeigt sich aber eher untypisch für Gebärmuttervereiterungen (bestätigt durch Rücksprache mit dem Labor) – trotzdem am 23.11. früh nach Biesdorf, erst mal ebenfalls Rätselraten – doch die Röntgenaufnahme zeigt es eindeutig: Pyometra (also Gebärmuttervereiterung) vom Feinsten – sofort Operation! „Wir rufen an, wenn was Unvorhersehbares wäre…“ Hab noch nie so angespannt und unruhig eine Sprechstunde hinter mich gebracht … Abends konnten wir sie abholen; die nächsten Tage noch Infusionen, zunehmend Appetit – nur mit ´nem Häufchen wollte es noch nicht wirklich klappen; Elke, die liebe, übernahm die Aufsicht und den morgigen Kardiologie-Termin, um die seit der Narkose deutlich verstärkte Arrhythmie abzuklären – das bisher gegebene Karsivan scheint nicht mehr ausreichend … Tja – und eben zu dieser Aufregung noch nicht endend wollendes Arbeiten (bin noch nie so platt und erledigt in einen Urlaub gestartet; die liebe Niere meldet sich erwartungsgemäß täglich…), toll unterstützt durch Heidi. Und Anne gibt prima Anwesenheitshilfe den neuen Vertretern – es klappt alles, ganz bestimmt
Dienstag, den 28.11.

Abends Heidi Laptop und Wechselgeld übergeben, noch einen Hausbesuch, gegen 21.30h endlich zu Hause; einiges ist vorgepackt, doch noch nicht wirklich fertig (wie üblich konkretisierte sich unser Reiseziel erst wieder relativ kurzfristig ca. 2 Wochen zuvor); wir ackern bis gegen 0.00h…

Mittwoch, den 29.11.

6.00 h aufstehen, Auto einräumen, los nach München (Direktflug von Berlin war zu teuer, über Hamburg hätten wir 2x umsteigen müssen…) – wir kommen super durch und oberpünktlich an (von der Rätselraterei vorm Fahrkartenautomaten der Flughafen zubringenden S-Bahn (Teuer!! und undurchschaubar) mal abgesehen). Unser Auto wartet jetzt in der Mühlenstr.21 in Ismaning auf uns… Wir fliegen… Gute 10 Stunden; das Haus ist voll besetzt, die Sitze sind leider etwas eng und hart – und Geralds lässt sich nach dem erstmaligen Kippen langfristig nicht mehr arretieren, wippt lustig vor sich hin… Der Hintermann findet´s gar nicht spaßig, mault rum, schnarcht später vor sich hin… Weiter vorn stänkert eine blonde Mami ständig mit ihrem Hintermann, neben uns dröhnt sich ein Dicker zu mit Wein, Bier und – „bitte unterlassen Sie das, mein Herr“ (O-Ton der Stewardess) – Schlaftabletten! Alles zusammen lässt ihn nächtens ewig sein Sakko auf-zu-auf-zu.. legen, schütteln, Inhalt rauskramen, Inhalt verteilt sich am Boden – einsammeln, einstecken… von vorn das Spiel… Zigaretten raus (Will er wirklich? Er wird doch nicht… ?!), in den Mund, drauf rumgekaut, geleckt, gerochen, wieder rein in die Schachtel… kurz vor der Landung endlich schlummert er tief und friedlich…

Donnerstag, den 30.11.

9.30h Ortszeit in Phuket (dem Flughafen der gleichnamigen Insel, auf der wiederum Phuket-Stadt das eigentlich bekannte Ziel ist, die bei weitem aber nicht die Vielfalt und Schönheit dieses Zipfelchens Thailands widerspiegelt) angekommen, Auto (Honda Jazz mit Lenkrad auf der falschen Seite) einsammeln, loskullern… Letztendlich warten wir nach einem ersten Badeausflug im klaren warmen Salzwasser an einem Strand, wo die landenden Flieger dicht über dem Zaun einschwebend auf die Rollbahn treffen, auf einen der ganz großen Brummer, ewig (gut, nur zwei Stunden, an deren Ende sich aber bereits ein Polizeiwagen vom Flughafen aus in unsere Richtung in Bewegung setzte) auf d a s Sensationsfoto hoffend (na, hat ja fast geklappt ). Apropos Wasser: Man höre und staune!: Gerald plantscht ewig in diesem Blau-Grün herum, will gar nicht wieder raus! Ein Bade-Fan, neue Berufung… wer weiß, das schon so ganz zu Beginn einer Reise

Irgendwann rollt uns das kleine Auto gen Norden Richtung Khao Lak. Die enormen Veränderungen, die der Tsunami vor 2 Jahren insbesondere in dieser Region hinterließ, sind größtenteils beseitigt; allerortens stehen Warnschilder („Wenn die Welle kommt, dann renne -wahlweise 200m oder 1,5 oder 2 km- in diese oder jene Richtung“), Wachtürme ragen gen Himmel (letztens im „Spiegel“ ein Artikel, dass teilweise die Vorwarnelektronik ihren Weg in unklare Regionen gegangen ist, abgebaut, weggetragen…).
 In einer Bucht vor Khao Lak scheint die Zeit viel langsamer zu ziehen: Strandabschnitte liegen brach, die sicher ehemals gut situierten Wohnanlagen und Bungalows nur Ruinen, Baufälligkeit, leere Fenster; zerborstene Türen lassen das Chaos im Innern erahnen – was mag sich abgespielt haben damals an Gewaltigkeit, Hilflosigkeit und Schmerz!!! Ab und an sind Gebäude sogar von Thais notdürftig (Wasser? Strom?) bewohnt, der Tourist jedoch bleibt weitestgehend fern. Erstes Beginnen am Ende der Bucht neben einer gigantischen Felsbrockenansammlung, schwarzer Sand mischt sich mit gelbem, Palmen, Lianen,… neuen Bungalows.
Ein kleiner brauner Hund (sie sind fast alle hier klein und braun) mit rechtsseitig fehlendem halbem Ohr kuschelt im Sand, kleine Strandkrabbenstürmen seitwärts auf rotierenden Beinchenpaaren davon oder – die ganz kleinen – ziehen sich blitzschnell in ihr in den Sand gegrabenes Loch, um das sich in immer neuer Anordnungen Kügelchen des ausgebrachten Materials türmen, zurück…
 Wir übernachten in einer kleinen Anlage ein wenig abseits der lauten Straße, nachdem wir lecker, lecker (das sollte so bleiben ) ausgiebig zu Abend speisten… Apropos kleiner brauner Hund: Immer wieder findet man sie dicht, sehr dicht an der Straße laufend, irgendwoher, wer weiß wohin… und manchmal muss man kräftig auf die Bremse, nicht immer wohl geht es gut – im Vorbeifahren humpelt ein kleines Braunfell, noch nicht mal wirklich erwachsen, dreibeinig , das rechte Vorderbein – abgewinkelt und geschwollen – überaus vorsichtig haltend, den schmalen Grad zwischen Grün und rollendem Rad entlang – keiner wird helfen, nicht den einen noch den anderen Schritt – so schlimm es klingt: Ein erneuter Zusammenprall wäre die erlösendste Variante! Und auch ich kann nichts tun – aber es schmerzt!!
Freitag, den 1.12.

Die Fahr nach Ao Nang zieht sich – reger Verkehr, manchmal gestoppt durch Polizisten und Helfern die die zahlreichen Schulkids über den Damm lotsen… alles flüssig… Viele, viele Mopeds (z.T. mit der gesamten Familie – die Höchstbesetzung liegt bei 2 Erwachsenen und 4 Knirpsen!!! – beladen), Pkws, Laster… der Große hat recht – doch es fügt sich. Irgendwann eine Baustelle, die Straße zwar breit, aber hoppelig. Vor/ neben uns zwei Laster; Gegenverkehr, ein dritter Riese schiebt sich rechts an uns vorbei, es lebe die Vierspurigkeit – und der Gegenmann schlingert mächtig am Graben entlang… Nachmittags lässt uns gegen 16.00h ein mächtig gewittriger Wolkenbruch (wie schon tags zuvor – es soll untypisch sein für die Jahreszeit) an einem der vielen kleinen Straßenstände halten – lecker Hühnerbein/Flügel mit Coke für ganze 45 Baht / 1 EUR… Und weiter, weiter – langsam zieht Dämmerung, dann Dunkelheit ins Land, namentliche Hinweise entlang der Straße sind – so sie nicht eh in Thai geschrieben wurden – kaum noch zu entziffern – wo versteckt sich Ao Nang? Wir fahren wie immer ohne vorgebuchte Unterkunft dem aktuellen Ziel entgegen; so langsam drängt die Nacht – und irgendwann plötzlich sind wir einfach da!

 Dank Geralds intensiver Vorrecherchen und dem mitgeführten roten Hefter (Inhalt: vielfältige Ausdrucke an Internet-Infos zu Unterkünften, Gebieten, Karten…) findet sich schnell eine heimelige Unterkunft im Green View Village.; Zwar stehen die Betten getrennt  (ich mogel mich früh immer mal schnell zum Kuscheln unter das benachbarte Moskitonetz) – aber rundherum Grün, sauber, Ruhe (Gerald fühlte sich hin und wieder ein wenig gestört – über seine erfindungsreichen Gegenmaßnahmen mag er selbst sprechen…. )
2.12. (Samstag), Ao Nang

Zwischendurch nächtens mit Mücken (trotz Netz) rumgeärgert, früh dem ersten, etwas piepsig-heiserem Hahnengekrähe gelauscht, dann eingeschlummert – und endlich gegen 10h aus den Federn gekommen (noch immer macht sich der Stress der letzten Woche bemerkbar), an der Straße gefrühstückt: Gerald wie immer Kaffee und Pancake unterschiedlicher Füllung, ich (wie immer!! ) BananaShake und Mixed Fruit Salad) und dann per Longtail-Boot (5-10 min Fahrt für 60Baht/ Nase) vorbei an den beeindruckenden Felsen nach Railay West; Sandstrand, Bars, Bungalows, entspannte Atmosphäre in idyllischer Bucht – nur das ewige Knattern der ständig an- und abfahrenden Booten stört; es soll abends allerdings doch Ruhe einkehren..

Natürlich äugen wir insbesondere nach den angekündigten Klettermöglichkeiten; der unabdingbare Kletterführer wäre in Railay West nur entleihbar – also auf nach TonSai, einer links gelegenen Bucht, die als Treff der Kletterer schlechthin gilt. Eine bei Ebbe leicht zu passierende Ansammlung an Steinblöcken trennt beide Gebiete, bei Flut jedoch ist TonSai nur noch mit dem Boot erreichbar… Schnell noch den Kletterführer („Rock Climbing in Thailand, 2005/06) für ganze 800Baht/ 16 EUR gekauft (es existieren (a) frühere Angaben und (b) Auflagen anderer Anbieter, die jedoch einiges „abgekupfert“ haben sollen, nicht so ausführlich, aber dafür 2/3 billiger sind – die Kletterer, die letztere Exemplare besitzen, fragen sich jetzt wohl bei den Eigentümern des aktuellen Werkes durch, um die vordem nicht benannten Wege einzeichnen zu können… nun ja)…
Ja, das Klettern: Die Mehrzahl der Wege findet sich im 7er Bereich French Graduierung (und darüber!) Anmerkung: im uns geläufigen Elbsandstein-Klettern entspricht 7a french ungefähr dem oberen VIIIer Grad; nicht das, was unseren Erwartungen/ Leistungen entspricht (nicht nur unserem; in Unterhaltungen mit anderen gleichaltrigen/ jüngeren Kletterern zeigt sich immer wieder ein wenig Unzufriedenheit, bezogen auf die Gesamtheit). Letztendlich finden sich doch viele Möglichkeiten bei wirklich exzellent griffigem Kalkstein (sehr angenehm!) Wege, die dem „Otto-Normal-Kletterer“ zugestanden sind. Die Wegfindung ist gewöhnungsbedürftig. Der Kletterführer ist zwar topoartig gemacht, aber man muss erst mal den Weg finden, von dem ab die Orientierung losgeht. In den Wänden fehlen eben die sächsischen Kamine, Risse, Verschneidungen usw. die uns zu Hause das Manövrieren im Kletterführer erleichtern. Erste Kletterer sichten wir in der prallen Mittagssonne in leichtem Überhang (etliche Wege bestehen zum großen Teil aus bis dachartigen Überhängen!) -nichts für uns. Im linken Teil der Bucht finden wir dann am Cobrawall zwei schöne Wege (6a/6a+, entspr. 25 m VIIb) – und das war´s dann auch schon für heute! Trotz Schattenplatz – der Schweiß strömt und rinnt beim bloßen „Rumstehen“ und Sichern; die Luftfeuchtigkeit liegt %ual irgendwo ziemlich weit oben – zu viel für den allerersten Klettertag. Außerdem kommt die Flut zurück, der (Heim)Weg an den Strand von Railay könnte evtl. schwierig werden – also flinke Füße und noch ein erfrischendes Bad vor der Rückfahrt per Boot nach Ao Nang… Ziemlich geschafft absolvieren wir die abendliche Futterrunde – leider ist man hierzulande in den Lokalitäten kaum bis nicht auf durstige Weintrinker eingestellt; wenn überhaupt findet sich ein „Italian Red Wine“, nichtssagend, 100ml = 100 Baht = 2EUR und damit recht teuer… Ab in die Koje – und auch das Problem Mücke ist gelöst: Ich stopfe das Moskitonetz einfach rundum unter die Matratze (für Gerald natürlich auch), Pech gehabt, du hungriges Flügeltier, da kannst du dich nicht mehr einschleichen. Für nächtlich dringende Ausflüge wird das Ganze eben an der Ausstiegsstelle vorgezubbelt und hinterher wieder unter die Matratze gepfriemelt – geht auch im Dunkeln problemlos.
3.12. (Sonntag)

(Zu Hause Advent – allerdings ohne jegliche Andeutung von vorweihnachtlichem Wetter; wie wir später erfahren, hielten die Temperaturen sich um die 10 bis 16! °C)

Frühstück an der Straße (Gerald ist inzwischen vom Pancake umgestiegen auf Toast mit beidseitig gebratenem Ei), dann Übersetzen mit dem Boot nach Railay West – wir marschieren (anfangs etwas orientierungslos) zum Gegenstrand Railay East: Ebbe, schlickicke Weite mit kleinen Mangrovenwäldchen; viele der kleinen Bungalows sehen ziemlich mitgenommen aus – und ein riesiger Krach liegt über der Bucht: am linken Ende rumort ein Generator groß wie ein Haus, überdröhnt das Zirpen der Zikaden, die Ruhe der Vögel… nervt, nervt, nervt!! Die ersten Kletterwände sind von Kletterschulen dicht belagert. Wir ziehen weiter, das Gelände wird unübersichtlich, die Orientierung (Welcher Felsen? Welcher Weg?) nach Kletterbuch ist wahrhaft nicht einfach. Hinzu kommen hungrige Stechflieger in Massen (die Viecher kichern doch nur über meine Einschmierungen an mückenabweisenden Mittelchen, die der Schweiß eh in Strömen abwärts spült) – wir brechen ab. Wandern zur Phra Nang Beach mit dem hier einzigen und laut Reiseführer vielleicht teuersten Ressort (41000-55000 Baht/Nacht!!! 1000 EUR), den gigantischen Stalagtiten der Prinzessinnen-Höhle… Linksseitig klettern wir noch zwei, drei Wege, dann Abendbad und Heimfahrt…

4.12. (Montag)

Wunderschönes Klettern in Tonsai am EagleWall – ich den ganzen Tag allerdings ohne Kletterhose (also nur im dunkelblauen Slip & Top), da ich beim Anlanden per Boot zu voreilig ins Wasser ging und sofort gut hüfthoch in selbigem verschwand (Gerald: „Wie ein GI beim Einsatz). Affe.

Ansonsten übliches Danach-Baden-zuück-nach AoNang-Abendessen-Bett. (Die Nachtruhe wird etwas durch die Nachbarn gestört – nächtens angekommen, schnattern sie laut miteinander (die Nacht zuvor ist er wohl sogar betrunken umhergewandert und hat sich mehrfach entleert – weiß Gerald zu berichten; ich schlummerte tief und ahnungslos) – irgendwann dann Stille…
5.12. (Dienstag)

Früh Aufbruch zur Fähre nach Krabi (wir haben den 20 km- Weg dahin sicherheitshalber den Abend zuvor mit dem Auto erkundet und uns dabei im Ort gründlich verfahren) zur Überfahrt nach KoPhiPhi: geschlossenes Deck, links-rechts Dreier-Reihen, ab und an eine Schwimmweste unter dem Sitz verklemmt… es füllt sich: hauptsächlich Thais in Familie, kaum Touris; man quetscht sich in die Sitze, Kinder plappern, flitzen herum, Mamas versuchen mit sanfter Stimme die Horde zu bändigen… Frontseitig ein großer Monitor: KungFu, Krach und Kampf dem Bösen ohne Ende; es explodiert und stirbt sich zahlreich auf der 1 ½ stündigen Fahrt – intensiv geschaut und kommentiert von den männlichen Thai…

 Ankunft in TonSai – dem Hauptort von KoPhiPhi, der sich einschmiegt in die Landenge, an der der Tsunami am 26.12.2004 alles wegfegte, einfach weiterschob ins Meer in die vielleicht 300m entfernte Gegenbucht… Auffällig nur die vielfachen Bauarbeiten im Hinterland und einige wenige ziemlich zerzauste Palmen, sonst ist nichts davon zu sehen; mehrfach jedoch wird in den nächsten Tagen der Gedanke an „Stell dir vor, du sitzt… (hier im Restaurant, auf der Veranda deiner Unterkunft, am Umlenker im Fels mit weitem Blick in die Bucht…) Ein Rauschen, Grollen – was zum Kuckuck?? – und pflutsch –schon ist alles vorbei… Einfach nicht fassbar… Dank der bereits erwähnten Internet-Ausdrucke gezielten Suche nach Unterkunft mit Start am südöstlichen Inselzipfel: Hinwärts bei Ebbe unter noch glühenderer Sonne über Steine gekrabbelt, durch heißen Sand geschlurft – das alles mittags bei mindestens 30°C… Das erstangedachte Quartier hoch über dem Meer: Aufstieg Stufe um Stufe, dann herrliche Aussicht, ein Bungalow ist auch noch frei – und der steht ziemlich dicht am lärmenden Generator… Also wieder weiter, die Bucht von hinten her ablaufen: 2x voll belegt, 1x stickigmuffig-iiihhh, über Steine zurück in die nächste kleine Lagune –
– und hier blieben wir für vier Nächte in einem niedlich gestalteten Stelzbein-Bungalow, erreichbar über steile leiterartige Stufen, daher hoch überm anbrandenden Wasser mit weitreichendem Blick in die Ferne und auf´s Restaurant – „Viking Beach“ (oder „Ressort“?) Drinnen ein breites Bett, netzüberspannt, kleine Ablagen, eine Kommode – und überall Spielereien, Nippes auch draußen auf der Veranda mit zwei Hängematten (mit Meerblick) – einfach süß… Zwar WC/ Dusche außerhalb (und nicht immer wirklich funktionstüchtig; scheint aber mit dem inselüblichen schwankenden Wasserdruck zusammenzuhängen?), doch schon stolzen 1250 Bath/ 25 EUR pro Nacht – aber eben bei d e r Aussicht … und die MitarbeiterInnen des Ressorts waren nun wahrhaft nicht überschwänglich in ihren Aktivitäten – aber was soll´s – URLAUB und das Gefühl von Angekommensein… Sachen abgelegt und rin in das salzige Naß .
Gerade ein wenig Ebbe, Steinblöcke beim Raustasten dicht unter der Wasseroberfläche – und es kommt, wie es latschenlos wohl einfach kommen muß: Beim Umkehren, Heimwärtswaten ein Aufschrei – diesmal ist Gerald der stolze Besitzer eingetretener Seeigelstachel Ein-Bein-Hüpfen, den lädierten, gut gespickten Fuß halte ich über´s Wasser und entziehe, was immer zu entziehen ist – Schmerz laß nach! (Macht er ja auch nach anfänglicher Heftigkeit) Am Tresen gleich eine halbe Lemone organisiert und mit der Elmex-Zahnpasta-Tube merhfach eingeklopft, noch Traumeel drüber – und schon war am Morgen nichts (na ja – fast nichts) mehr gespürt und gesehen vom großen Aua.
Abends beim Essen Wolkenbruch – das Wasser schießt den schmalen Weg zwischen den Ständen entlang; ein Thai nutzt die Gelegenheit zu einer ausgiebigen Körperwäsche mit Seife: Ohren, Haare, Füße – alles wird mehrfach dick eingeschäumt und geschrubbt; den Hüft-Tuch umschlungenen Teil spart er aus Ziemlich durchweicht trotz Schirm setzt sich Marina zu uns an den Tisch – eine Ex-Berlinerin, seit 6Jahren in AoNang, beim SSS angestellt mit 10Tagen Urlaub pro Jahr!! Und Besitzerin einer 7monatigen Hündin (mittelgroßer Mix wie alle hier), der sie auf Anraten des hiesigen Tierarztes eigenhändig eine Verhütungsspritze (!) verpasste; das kleine Mädchen war einen Tag völligst platt… vielleicht sehen wir uns noch, bevor wir abreisen…
6.12. (Mittwoch, Nikolaus in Deutschland und Rogers Ankunft )

Bis 10h geschlafen (Gerald belächelt meine Schilderungen von sachten, aber merklichen Erschütterungen, die ich – im Bett liegend oder in der Hängematte ruhend – immer, immer wieder in unterschiedlicher Stärke spürte – auch wenn Gerald selbst tief schlief, sich nicht im Bett wendete oder durch die Bude stapfte, kurz – selbst nicht der Verursachter dieser Vibrationen sein konnte… warum auch nicht könnten es kleine Bewegungen der Erde gewesen sein; es gibt doch Tausende davon täglich… Keinerlei Unruhe ob dieser Wahrnehmung – die hier lebenden Katzen schmusten und kuschelten völlig entspannt, die Hühner scharrten gackernd im Sand, die Vögel wippten zwitschernd im Geäst der unzähligen Baumgipfel – keine Gefahr also ), gefrühstückt und ran an den Fels: rechts des TonSai-Towers am Drinking Wall drei schweißtreibende Wege, jubelnde Mückenschwärme (über unser zuvor aufgetragenes DjungelDeo kicherten die hungrigen Viecher doch bloß – max. 10min und der eigene Körperschweiß spülte die schützende Schicht in den roten Lehmboden ) – und schon schiebt die Zeit sich auf 16h, die Ärmchen wollen eh nicht mehr

r– und Roger kommt aus Phuket angeschippert, fast winterlich gekleidet mit langer Hose; die schwarzer Lederjacke und den grauen Pullover noch über die Schulter gehängt, einen hochgeschäftlich anmutenden Kofferrolli hinter sich herziehend. So schön, dass er endlich da ist; ich war dann doch schon ziemlich hippelig vor lauter mütterlicher Vorfreude. Essen, Schnattern, abends lange noch auf unserer kleinen Veranda fortgesetzt – und tiefes Meeresrauschen, kleine Erschütterungen… wieder einmal.
7.12. (Donnerstag)

Nach geruhsamen Tagesbeginn (Roger war seit 8h wach!!) wandern wir nach TonSai- PhiPhi hinüber, stromern durch die Gassen, entleihen wir nach einigem Hin und Her bei der Suche nach der passenden Größe für Roger Gurt und Schuhe für 110Baht – und ab zum gleich links der Bucht aufragenden TonSaiTower und damit für Sohnemann Premiere im Freiland-Klettern! Hat sich tapfer drei Wege hochgearbeitet (5, 6a, 6a French), ging dabei einmal ins Seil – und saß dann doch ziemlich geschafft am Fels bzw. schaukelte in einer seitlich angebrachten Hängematte, während ich zunehmend mobiler wurde, drei 6a vorstieg und nur durch die dicke-Wolken-bedingte schnell einsetzende Dunkelheit (Donner und Blitz; letztendlich aber doch kein Regen) und damit Ab- und Aufbruch gebremst werden konnte Richtig gepowert, keinerlei Ermüdung… Okay, lecker gefuttert und heimwärts ein LongtailBoat ohne Beleuchtung, dafür aber mit einem Spaß-am-über-die-Wellen-Jagen habenden Bootsführer erwischt – eine doch eher unheimliche Geschichte: Kein wirklich gutes Bauchgefühl, so im dunklen Nichts dahinzuschwanken; nicht auszuschließen, dass sich ein ebensolch unsichtbares Gefährt auf unserem Weg gegenläufig findet – und dann? Stoß, Krach, Wasser, keine Zeit für Weste-haschen, möglicherweise nicht mal mehr fähig dazu; in dieser tiefschwarzen Nacht rollt die See deutlich schwerer als sonst… Gedankenläufe. Nicht nur die meinigen, wie sich später im Gespräch herausstellt.

8.12. (Donnerstag)

Übliches Ritual: Ausschlafen, baden, duschen, Kaffee. Wieder für Roger Kletterutensilien und für alle Schnorchelausrüstung ausgeliehen – und auf nach PhiPhiLeh, der 5km TonSai vorgelagerten unbewohnten Schwesterinsel. Kurze Fahrt übers offene Meer– und deutlich stärkerer Wellengang; ich kann mir nicht vorstellen, diese Strecke im Falle des Falles schwimmend zurücklegen zu können wie Leonardo di Caprio in “The Beach” – zumindest nicht ohne Flossen…

Die am Vortag von anderen Kletterern wärmstens empfohlenen zwei 6a+Wege auf Leh wirken alles andere als einladend – so blasen wir die Kletterei nach kurzer Beratung einstimmig ab, lassen uns in die nächste Bucht schippern und tauchen ein und unter, wie eine Ansammlung von 20? Schwimmwesten tragender Japaner/Chinesen (kann sie nun mal nicht auseinanderhalten) es ebenfalls tun, soweit der Auftrieb es zulässt. Leider erweist sich meine Brille als nicht richtig sitzend – und so treibe ich dahin: linke Hand presst die Nase zusammen, die rechte die Gläser (besonders rechts) ans Gesicht, um das salzige Naß am Eindringen zu hindern. Schon ein wenig hinderlich… Trotzdem wunderschöne Entdeckungen da unten: Baby-Fischschwärme, die sich blitzschnell wenden, Annemonen, zwei Kofferfische vor ihrem Revier stehend, ein großer Papageienfisch, langstachelige Seeigel und all die vielen, die ich nicht benennen kann: ein Schwarm Gelbgestreifter, die sich um eine futtergebende japanisch-chinesische Hand scharen; drei, vier dieser bunten Schlanken (die dazugehörenden Jungfische sehen wir später immer wieder bei ersten Jagdversuchen) und auch drei noch kleine Barracuda, die einfach so mit Abstand zu den Schwärmen lauernd im klaren Wasser stehen…
 Der Himmel dunkelt merklich ein, es grummelt – wir lassen uns zurückkutschen, ehe uns ein mögliches Gewitter auf offener See überrascht… Vorbei an irren Felsformationen – gelb-rot-braun, riesig, steil, überhängend, schroff, gewaltig, wunderschön!! Stalagtiten, Bambusgerüst, dünnes Seil, windige Stäbe der hoch oben gelegenen Höhle zustrebend – hier wird geklettert (!) und hin und wieder auch abgestürzt. Nicht im uns bekannten Sinn; das wertvolle Ziel heißt Schwalbennest, ein teuer gehandeltes Etwas aus Vogelspucke(!); wie andere Raritäten soll es der Männlichkeit dienen, gummiartig schmecken – und führt wohl letztendlich – Glauben und Preise werden hoch gehalten –zum Verschwinden der flinken Flatterer… Zurück auf GroßPhiPhi widmen wir uns dem müßigen Herumschlendern, ab und an ein wenig Nahrungsaufnahme, und Leute-Gucken am Pier. Interessante Sache: immer wieder zieht es die Menge von / zum Schiff nebst Unmengen an Lieferware, insbesondere Wasserflaschen… Ein weiß-zotteliger (á la Weihnachtsmann) Riese – deutlich größer als Gerald – sitzt neben uns, trinkt Kaffee und trifft mal den, mal den Touri, man kennt sich… Das T-Shirt ausgeblichen und einwenig löcherig (unter der rechten Achsel klafft die Naht auf mindestens 10cm), einer, der irgendwann mal kam, blieb, „ausstieg“? ThaiKids (alles Jungs unterschiedlichen Alters) spielen so was wie Völkerball – einer schmeißt per Hand oder Becher Sand, die anderen flitzen (unter den Erwachsenen ist eine Mischung aus fuß- und Volleyball ganz populär). Später haschen sich zwei Katzen zwischen den Steinen.
Apropos Katzen: PhiPhi hat kaum Hunde, dafür aber viele den Ressorts zugehörige Katzen. Fast alle sehr zart, kleiner als die unsrigen mit entsprechend piepsigen Stimmchen und manche nur kurzschwänzig. Im Viking Ressort umstromerten uns drei rote und eine weiß-rote Weiblichkeit (!), ein Roter, ein Weiß-Schwarzer und eine zierliche Bunte, die sich als sehr anhänglich erwies. Sobald wir abends kamen, tappte sie die Steilstufen zur Veranda hoch – schmusen, schmusen, dann Einringeln auf dem roten Kissen. Nachts jeweils ein Versuch, doch mehr in Schlafbett-Nähe zu kommen; jedes Mal von mir durch das offene Fenster zurück auf den Stuhl gesetzt – okay, einrollen, weiterschlafen. Früh stets ein zartes Miau, Putzaktion, Schmusen – und schnell runter zum Restaurant, Futter abfassen (alle Miaus schlichen dann um den halbwachen Touri, der letztlich den Joghurt nicht ganz auslöffelt oder ein Stückchen Ei abgibt – genug für alle.) Hab unser kleines Glückskätzchen zumAbschied noch mal richtig geknuddelt – und selbst Gerald, der Nicht-soooo-innig-Katzen-Möger (auf Roger krauchten sie ständig rum) kraulte mit und meinte irgendwann „Ach, bei uns würdest du kleine Maus doch nur frieren“… Richtig, hier ist ihr Platz . Und während wir endlich in das uns zum Pier bringende Boot (holzüberladen, tief im Wasser liegend nahm es nur langsam Fahrt auf – die Zeit drängt!) steigen, rollt sie sich wieder ein auf dem roten Kissen weit oben überm Meeresrauschen…
9.12. (Samstag)

Früh also mit de Fähre zurück nach Krabi, angenehme Überfahrt – am Bug sitzend, den Wind im Gesicht… Unser Auto wartet brav, wie es vor 4 Tagen verlassen wurde. Rein mit dem ganzen Kram – und los. Wir rollen einfach durch die Gegend auf der Suche nach Höhlen; ab und an eine Ausweisung am Straßenrand, hier und da ein Abstecher…

 und abends erneut Ankunft in AoNang, wo wir letztlich nach kurzem Herumsuchen wieder im Green Village landen – gleicher Ort, gleiche Hütte. Große Aufregung plötzlich – Roger sucht ausgiebigst, doch vergebens überall nach seinem Portemonnaie, das er in seiner offenen Umhängetasche rumgeschleppt zu haben glaubte. Schon Ansätze zum Notplan – wen informieren, wo sperren lassen… da krame ich das gute Stück im hinteren Bereich Auto aus Rogers dort abgelegten Schuhen raus – alles wieder in Ordnung… Gute Nacht
10.12. (Sonntag) & folgende

Früh aus der Hütte nebenan ein Aufschrei: „O Gott, ich bin alt – ich bin 25!“ Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, mein Großer Natürlich kletterten wir – am Thaiwand Wall, einer der schönsten felsigen Riesen überhaupt; Roger sah anfangs noch etwas unentspannt über die Weite der Bucht – das legte sich aber zunehmend. Ein wunderbarer Tag eben.

Am 11.12. Aufbruch gen Phuket, da Roger Dienstag frühzeitig von hier aus nach Kambodscha fliegen musste (Rotscha fliegt nach Kambotscha). Unterwegs noch eine herrliche Paddeltour durch Mangrovenhaine, dann Abschiedsfutterei – und früh wartete zeitigst ein Taxi vor der Tür. Na, wir sehen uns ja bald im kalten Deutschland.
Der 12. und 13. blieb uns noch zu Erkundungsfahrten der Insel Phuket einschließlich des Besuchs des Marine-Aquariums (nicht sonderlich spektakulär) und eines richtigen Faul-am-Strand-Rumkuller-Tages (man staune, wozu wir doch auch fähig sind ).
Tja, mit Sonnenuntergang und folgendem Wolkenbruch…, tags darauf in den Flieger, zurück nach München. Dann meiner Schwester bei München einen kurzen Besuch abgestattet und bei Fiete einen Tag geblieben… Das letzte Bild zeigt den vom Borkenkäfer kahlgeknabberten Bayerischen Wald – unglaublich!!