Afrika Mai 2026

Wenigstens 6 Monate im Voraus fragte Ali an, ob wir Lust auf Afrika in diesem Zeitraum hätten. Na immer! Das ursprünglich angedachte Tansania fiel wegen Regenzeit aus, Sambia auch, weil kein Mietwagen zu bekommen war und so fiel die Wahl auf Zimbabwe und Botswana mit den Victoriafällen. Neu für mich war, dass es hier 3 internationale Flughäfen in geringem Abstand gibt: Livingstone in Sambia, Victoria Falls in Zimbabwe und Kasane in Botswana. Sambia fiel wegen des Mietwagenthemas aus, Kasane ist nur mit 10- Stundenflug über Johannesburg erreichbar und so blieb VicFalls als Startpunkt übrig. Über Wien und Addis Abeba. Die Preise waren alle gesalzen und unter 1.000 Euro gab es gar nichts. Nun denn.

Ein Platz war noch frei. Hannelore meldete Interesse an und zog dann vernünftigerweise zurück. Mit neuem Knie ins Dachzelt kriechen schien nicht so vernünftig. In die Bresche sprang dann Schulle, der alte Afrikaexperte. Und das war gut so.

Donnerstag, 14. Mai 2026

Beate und Gerald fahren zu Schulles, lassen das Auto stehen und Ines fährt uns im neuen Duster zum BER. 16.55 mit Austrian nach Wien. 2 Bierchen und Debreciner bei Otto.

Die Überraschung am nächsten Abend hat funktioniert:-)

Weiter mit Ethiopian Airlines. Zum ersten Mal. Und bei dem Service und dem guten Sitzabstand eine Empfehlung.

Freitag, 15. Mai 2026

Totaler Durchhänger dann in Addis

und endlich 12.10 Ankunft in VicFalls. Lucky wartet schon auf uns mit dem Auto. 20 km ins exzellente Quartier (Contours über Platinum Peak Apartments +263 78 626 6668), kurz ausruhen und Gegend erkunden. Abendessen von den mitgebrachten Resten und endlich ins Bett fallen.

Samstag, 16. Mai 2026

Ausgeruht wird Ali am Airport in Empfang genommen. Ich kaufe eine physische SIM Karte, weil, wie mir das Mädel am Kiosk erklärt, hier keine im Internet gekauften e- SIMs funktionieren.

Dinner im Baines direkt am Sambesi.

Sonntag, 17. Mai 2026

Der Tag ist den Victoria Falls gewidmet.

Erst über die Grenze zum Sambischen Teil der Fälle, dann zurück und zum deutlich größeren und eindrucksvolleren Zimbabwischen Teil. Nass wurden wir überall.

Dinner gleich nochmal im Baines.

Montag, 18. Mai 2026

Wir warten auf den Abholer, der uns die 100 km nach Botswana zu Bushlore bringt und hängen noch etwas ab und sitzen herum:

Im Auftrag von Lucky holt uns Darlington ab und bringt uns die 90 km bis zur Grenze und dann noch 1,5 km zur Bushlore Filiale. Es folgt eine gründliche Einweisung in die Bordmittel. Auch wenn wir dachten, wir wissen schon alles, war es sehr gut so. Botswana kann eine andere Kategorie als Südafrika oder Namibia sein.

Die nächsten 12 Tage und 11 Nächte werden wir nun mit allen Höhen und Tiefen gemeinsam verbringen. Ja, es gab auch kleine Tiefen und die gingen fast alle vom Auto aus. Es fängt an, dass der Wassertank tropft. Eine halbe Kartusche Silikon soll helfen, aber kurz nach Abfahrt tropft es weiter. Ist uns jetzt egal, denn Wasser aus dem Tank haben wir bisher so gut wie nie gebraucht.

Im Spar wird ordentlich eingekauft: Wasser, Bier, Chakalaka, Bohnen, Brot, Kaffee, Thunfisch, Käse, Honig, Marmelade, Orangen und etwas Gebäck. Im Liquore Store kommen noch Savannah Cider, Klip Drift und Rotwein dazu. Dermaßen gut ausgestattet, kann das Abenteuer beginnen.

Erste Übernachtung im Chobe Sunset River Camp.

Dienstag, 19. Mai 2026

Jetzt geht’s los: Tiefsandpassagen, wie wir sie noch nie hatten. Witzigerweise stehen Ermunterungstafeln am Wegesrand. Man ist auch nicht allein, alle halbe Stunde kommt bestimmt jemand vorbei.

So erreichen wir Thobolos Bush Lodge.

Mittwoch, 20. Mai 2026

Von hier werden auf der website Tagestrips nach Linyanti und Savuti angeboten. SAVUTI! Das sagenumwobene Savuti. Die Worte von Friedrich und Schatz Erika bei unserer Reise 2008 klingen immer noch nach: Die schwarzen Löcher auf dem Hinweg schlucken ganze Pick- Ups und die Elefanten saufen das Wasser aus den Duschen. Nun könnte es tatsächlich doch noch wahr werden. Wir starten erstmal mit dem Tagestrip nach Linyanti, das in der Reihenfolge der am härtesten zu erreichenden Camps gleich nach Savuti folgt.

Und was begegnet uns nach gut 30 km teils sehr tiefsandiger Piste? Der Ausflugswagen unserer Lodge. Bis zu den Radnaben seit über 2 Stunden im Sand steckend. Kein Satellitentelefon, keine Sandbleche, kein Abschleppseil. Ein Profi eben, dem so etwas nie passieren würde. Grins. Das Unmögliche gelingt und wir zerren in wieder in die Spur.

Auf einmal können auch die beiden jungen Deutschen lachen

Linyanti ist eine riesige Sumpffläche, in der es sich Hippos und Elefanten gutgehen lassen. Als wir aus dem Tiefsand raus sind und wieder auf normalen Allrad schalten wollen, geht ein Gepiepe los. Zum Glück gibt’s im Camp der Angestellten WiFi und tatsächlich findet sich im Netz eine Anleitung zum Reset. Im dicken Bordbuch des Toyotas steht nur, dass der Dealer aufgesucht werden soll. Die Prozedur wurde in den nächsten Tagen dann noch einige Male durchgeführt.

Übernachtung? Wie schon im Voraus angefragt: alles auf ewig ausgebucht. Wir machen wohl Eindruck mit unserer Karre und der gerettete Fahrer legt auch ein gutes Wort für uns ein und wir dürfen tatsächlich auf einer Art Notparkplatz übernachten. Der eine frisch für uns geharkte Fläche und ein mit Feuerholz ausgestatteter Grillplatz neben der vor einigen Jahren (wohl auch wegen Corona) aufgegebenen Lodge ist. Ein Lost Place vom feinsten.

Wenn wir hier übernachten, müssen wir ja nicht zu Thobolos zurück und können Savuti direkt ansteuern. Es gibt WiFi in der Ecke hinten rechts und ich informiere Thobolos, dass wir nicht zurück kommen. Auch, dass die doppelt bezahlte Gebühr kein Problem ist. Vorfreude pur.

Donnerstag, 21. Mai 2026

Bescheidenes Frühstück, Prämie an Mr. David und Simon auszahlen und es soll an die 40 km nach Savuti gehen. „The last 5 km are challenging“ soll jemand gesgt haben. Ich hab`s jedenfalls nicht gehört….. kann es aber nun bestätigen 😉

Der Tiefsand begann nicht lange nach Verlassen von Linyanti. Da sind wir schon routiniert und schlingern gelassen durch. Dann kam eine neue Qualität. Auf dem Foto sieht man es nicht, aber wir steckten richtig fest. Auch mit 2LO und Differentialsperre, dann mit Luftablassen: fest und nur tiefer eingegraben.

Im Nachhinein klingt es locker, aber das hätte eine sehr ernste Angelegenheit werden können. 35 km von Linyanti und 5 km vor Savuti auf einer Piste, die kaum jemand fährt. Mitten im Nationalpark. Keine Netz, kaum Wasser (wie doof kann man sein). Selbst wenn wir frei kämen, auf der weiteren, gut einsehbaren, Strecke hätten wir uns gleich wieder festgewühlt. Mein erster Reflex war: wir laufen die 5 km bis Savuti. Da wird schon irgendwer sein. Zwischendurch aber vielleicht auch ein hungriges Raubtier? Ali griff den Spaten und schrie, als der Sand feucht wurde: „wir schaffen das!“ Beate und Schulle schaufelten wie wild mit den Alutöpfen, der Spaten ging reihum und irgendwann wagte ich den Ausbruch. Der erste Versuch schlug noch fehl, aber beim Zweiten gelang es, den Wagen auf das höher gelegene Plateau neben der Piste zu bringen.

Große Augen im Linyanti, als wir hier wieder aufkreuzen und freudiges Erstaunen im Thobolos. Mike bedankt sich für die „Rettung“ Fahrers (wir hatten doch Diskretion vereinbart ;-)) und wir bestellen 3 Pizzen (je 200 Pula, 12 Euro), die der Chef selbst zum Camp bringt. Gerettet!

Sonntag, 22. Mai 2026

Zum Frühstück gibt’s Pizza a la Alutopf über Gaskocher und es schmeckt nochmal hervorragend.

Da der Dachzelt Auf- und Abbau schwer mit Worten zu beschreiben ist, hier der Abbau im Video:

Samstag, 23. Mai 2026

Tschüß Melissa, Joyce und Christine.

Ohne nachzudenken fahren wir auf der Hauptstraße rechtsrum. Für die Verbindung nach Maun macht die Straße einen schlechten Eindruck. Dann kommt auch noch eine Tiefwasser- Durchfahrt. Anwohner meinen, das sei nicht schlimm. War es auch nicht, aber das erste Mal ist immer besonders prickelnd. Dann schreit Ali auf: wir sind falsch! Also das Gleiche nochmal, nur andersrum.

Zum Schweiß trocknen und auf ein Getränk landen wir nach fast 4 Stunden wieder in der Lodge. „Oh my goodness!“ entfährt es den anwesenden Damen. Nach einem Kaffe frage ich Christine, die Chefin, ob ich hier einen Geocache platzieren darf. Als ich erklärt habe, was das ist, ist sie sofort begeistert. So gibt es nun den „Listen to the sound of nature“ GCBR02X

Auf wesentlich besserer Erdpiste geht es nun LINKS- rum nach Maun. Etwas außerhalb liegt die „Rustic Gate Lodge & Campsite“.

Sonntag, 24. Mai 2026

Einkaufen, tanken und 200 km zum Camelthorn Farmstead. Die letzten 5 km endlich wieder Sandpiste 🙂 Es ist am frühen Nachmittag und einer der Manager erklärt uns den Weg zum nahegelegenen Magadigadi NP. Viele Tiere. Mit der Fähre über den Fluss, dann immer am Wasser bleiben und zurück. Machen wir! Ist das euer Ernst? Ohne das gestern erworbene Vertrauen wäre ich hier NIEMALS draufgefahren. So hat eben Alles sein Gutes.

Wenn man einmal drauf ist, muss man nach kurzer Fährzeit auch wieder runter:

Das Piepen ist der eingelegte 4LO, also der untersetzte Allrad, der hier zwingend einzuschalten ist. Und das ist gut so 😉

Am Boteti bietet sich der Garten Eden. Unmengen Zebras, dazu Elefanten, Hippos und was es sonst noch so gibt. Wir haben nicht nicht ewig Zeit und drehen 16 Uhr um. Ich gebe zu, mir war etwas mulmig, das gleiche Abenteuer in umgekehrter Richtung noch einmal zu bestehen. Nun blendet auch noch die tiefstehende Sonne und mir ist gar nicht wohl. Der Fährmann sagt, ich soll einfach machen, was er sagt und er hatte recht.

Hin und zurück kosten 300 Pula, etwa 18 Euro. Er sagt, er macht zwischen 5 und 30 Fahrten am Tag.

Nachts werden Beate und ich vom Gebrüll der Löwen wach. Die Nachbarn haben nichts gehört.

Montag, 25. Mai 2026

Um zum Nxai NP zu gelangen, wäre theoretisch der Weg durch den Magadigadi NP der kürzeste. Das würde nochmals Fähre bedeuten und 100 km trockene Hoppelpiste und wahrscheinlich keine Tiere, weil die alle am Fluss sind. Also lieber die Straße draußenrum.

Am Gate wird telefoniert und es ist noch ein Platz auf dem Campground frei. Wir dürfen passieren. Ein abreisender Südafrikaner fragt, ob wir well prepared sind. Als ich ihm sage, dass wir gerade Savuti survived haben, grinst er.

Nach 17 km geht rechts die 14 km Piste zu den Baines Baobabs ab.

Auch hier wieder saubere und heiße Dusche und Abwascheinrichtung. Ein Berliner Pärchen ist 3 Tage hier, obwohl sie den Platz an den Baobabs reserviert hatten. Wegen Überflutung war das aber nichts. Unsere Einladung, doch mal rumzukommen, verläuft im Sande

Dienstag, 26. Mai 2026

60 km teils schwierige Sandpiste zum Gate zurück und auf der Hauptstraße voller Schlaglöcher 120 km Richtung Nata.

Zwischenstop in und um Gweta. Geocaches und Besuch des Werkes von Mr. Knowledge aus der Rustic Gate Lodge.

Schweren Herzens wird der Besuch von Kubu Hill an der Sua Salzpfanne gestrichen. Langsam müssen wir auf die Zeit achten.

Das irgenwo empfohlene Elepant Sands wird unser Quartier. Camp mit Dinner für 30 Euro p.P. Dazu Elefanten fast zum anfassen am Wasserloch.

Mittwoch, 27. Mai 2026

Richtung Kasane. Nur 240 km, aber teilweise ein Höllenritt.

Bei Kasane gibt es 3 Camps. Wir besuchen erst die Big 5 Toro Lodge und fahren dann zur Kubu Lodge ein paar km daneben. Hier wirkt alles professioneller und wir buchen 2 Nächte. Die Campsites am Fluss dürfen wir nicht beziehen. Es gäbe zu viel Besuch.

Vielleicht auch deshalb gesellen sich mit Einbruch der Dunkelheit kurz nach 18 Uhr 2 Wachleute in die Nähe. Na klar, es gibt ne kalte Cola und was zu knabbern. In Google Bewertungen fühlen sich Leute beobachtet. Uns stört’s eher nicht, aber es ist unnötig.

Donnerstag, 28. Mai 2026

Leider verstummte der Straßenlärm auch hier nachts kaum und so wollen wir versuchen, ein naturnäheres Camp zu finden. Zurückkehren können wir ja immer noch. Die Lorato Lodge & Camping überzeugt und wir werden hier die letzte Nacht im Dachzelt verbringen.

Der ganze Tag steht heute für die Pirschfahrt entlang des Chobe zur Verfügung. Dem Auto gefällt das gar nicht und es fängt an, das Zündschloss zu blockieren und kreischende Geräusche auszustoßen, wenn es endlich überlistet ist.

Es gibt Bordküche mit Chakalaka, Bohnen und YumYum.

Freitag, 29. Mai 2026

Erstmal ist aufräumen angesagt. Auf der Rasenfläche macht sich das besser als auf dem sonst üblichen Sand.

Vom Lorato Camp zur Autoabgabe bei Bushlore. Die Mängelliste, die wir vorher noch auf ein Blatt Papier geschrieben haben, wird als defect list zu den offiziellen Rückgabedokumenten genommen. Alles fair und freundlich. Dann bringt uns ein Fahrer zur 2 km entfernten Grenzstation und bleibt bei uns, bis wir die Abholer auf Zimbabwischer Seite entdeckt haben. Es ist dann Lucky himself, der mit uns mit 120 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit die 100 km bis VicFalls durch den Zambezi- NP prescht und am bekannten Quartier abliefert. Als sein Kartenleser nicht funktioniert, drückt er mir einfach die Schlüssel in die Hand und sagt, wir können auch morgen am Airport bezahlen.

Mit dem X-Trail schlecken wir einen Baobabshake bei Anele, bestellen einen Tisch im Baines, fahren nochmal zum Lookout Point und machen noch den Cache am Post-Office und auf dem städtischen Kunstmarkt. Ein Tier kommt mit nach Deutschland.

Samstag, 30. Mai 2026

Lucky kommt pünktlich und nimmt seinen Wagen samt Bezahlung vom Schulle und Ali entgegen. Wir 2 sind schon vorgegangen, weil es gestern mit dem Online- Checkin bei uns nicht geklappt hat. Aber alles gut, der Flug wird nur voll. Die Tanzgruppe bekommt meine letzten Rand, die ich eingesteckt hatte. Ich glaube nicht, dass wir jemals wieder nach Südafrika reisen werden.

In Addis Abeba steigen wir wieder um. Dieses Mal sind wir nicht so kaputt wie am Hinflug. Es wird sogar das erste äthiopische Bier vom Fass probiert.

Sonntag, 31. Mai 2026

Pünktliche Landung 10.20 am BER. Ali läuft gleich zur Bahn, wir anderen 3 werden von Ines abgeholt und wir 2 fahren gleich weiter nach Hause. Kaputt und Sehnsucht nach dem Hund 🙂

Das war noch nicht alles

Bald beginnt es im Hals zu kratzen, die Augen schmerzen, Schlappheit und Husten nehmen zu. Am Freitag dann die bange Frage: Malaria? Die Hausärztin kann da nichts testen und so geht’s nach Reinickendorf in Tropeninstitut am Virchow, das jetzt Zentrum für Internationale Gesundheit heißt. Es ist wenig los und nach 1 Stunde liegt das Ergebnis vor: RSV.

Beate erklärt sich solidarisch und zeigt ein paar Tage später die gleichen Symptome.

Hier die Kontaktdaten zu einigen Personen

Auto: lucky@capesaintss.com

Appartment: Contours über Platinum Peak Apartments +263 78 626 6668

Linyanti Camp: Mr. David und Simon +26774520261

Mr. Knowledge: +267 77 420 218