Hilmar

*16.11.1954 + 16.02.2023

„Na, du lebst ja immer noch, du schwuler Kanacke“ war eine der herzhaften Begrüßungen, mit der Hilmar Leute empfing, die er besonders mochte.

Als er im November 2022 anrief und zu seinem letzten Geburtstag einlud, hielten wir das erst für einen typischen Hilmi- Scherz.

Leider war es Ernst. Sehr ernst. Gegen Krebs, der im ganzen Körper verteilt ist, gibt es keine Hilfe.

Unser Hilmi. Ein Urgestein von Anfang an. Von verrückten Reisen in den Tienschan und sonst wo hin wurde berichtet. Zu DDR- Zeiten als Dr.- Ing. mit einem Traumjob im Institut für Wasserwirtschaft in Berlin.

Beruflich stagnierte es eher nach dem Mauerfall, aber mit der Kletterei ging es weiter bergauf. Wer kann sich nicht erinnern, wenn es aus ihm heraussprudelte, was ihm kürzlich Rotpunkt, onsight, 8b+ oder sonstwas gelungen war. Die Spötter, die von „hochruhen“ sprachen, dürfen nun schweigen.

Wenn er eine Katze sah, gab es kein Halten für ihn.

Der Moment, als er in Kroatien einem Gast die Katze entriss, hat sich für immer als typisch- Hilmi eingeprägt.

Die anderen Markenzeichen waren weniger kuschelig aber genauso speziell: pinklila hautenge Kletterhosen, Feinripp und Waschlappen.

Im Mai 2020 lief er in 3 Tagen 220 km. Das würden Einige kaum mit dem Fahrrad schaffen. Jeder Meter wurde wissenschaftlich dokumentiert.

Mitte 2021 ereilte ihn die Mitteilung, dass er aus seiner Wohnung in der Greifenhagener ausziehen soll. Eigenbedarf. Hat sich nun erledigt …. Was wird wohl aus der geliebten Lautsprechersammlung mit vergoldeten Steckern und dem „Shaker“, dem Rüttelsessel

Seine Feindbilder waren der Wolf und der Islamismus. Zitat aus einer e-mail:

„Ich mache jetzt eine private Schweigeminute für die vielen grauenvoll gestorbenen Schafe und Rinder. Hoffentlich waren keine Katzen dabei.“

Zumindest bei Einem waren wir einer Meinung

Am 16. Februar 2023, es ging nicht mehr, hat er den Schalter umgelegt…