Ein Ritter, der den Weg nicht kennt, kommt niemals in den Orient.“

Dieses Zitat Ritter Runkels von den Digedags von 1968 und deren Abenteuer in Kappadokien hielten sich über 50 Jahre im Hinterkopf und nun sollte es endlich wahr werden: wir reisen nach Kappadokien!

Wir waren zwar gerade  eine Woche in Irland, aber nach dem Urlaub ist nun mal vor dem Urlaub. Da wir ja flexibel sein können, wurde zunächst nur der Hinflug nach Ankara gebucht. Bei Ryanair einschl. Gepäck und extra Beinfreiheit für unter hundert Euro p.P.  Es sollte nach einer Kappadokien- Kurzvisite gleich weiter nach Zypern gehen ( den türkischen Teil, was sich ja anbieten würde) und von dort wieder nach Hause. Eine Schnapsidee, die Gottseidank wieder begraben wurde.

Wikipedia steuert hier eine Übersichtskarte bei:

Ein Auto musste auch her: bei Billiger- Mietwagen gab es einen Peugot- SUV für rund 50 Euro pro Tag. Dann wurde noch die erste Übernachtung in Ankara gebucht und los ging es. Und zwar erst einmal zu Inga, die uns am neuen BER ablud und später wieder einsammelte. In Ankara wartete schon ein vorab über booking geordertes Taxi auf uns und nach einer guten halben Stunde Fahrt in die Abenddämmerung waren wir im Herzen von Ankara. Nebenher konnten wir erahnen, was für eine Riesenstadt die Hauptstadt der Türkei ist. Erahnen, denn am nächsten Tag, mit eigenem Auto wurden erst die wahren Dimensionen geläufig.

Das Zimmer im fünften Stock des Best Western Plus Center war modern und sauber und ruhig. Also eine Empfehlung für unter 40 Euro mit Frühstück. Überhaupt kostete fast alles weniger als die Hälfte als kurz zuvor in Irland erlebt. Ein Ergebnis des dramatischen Lira- Verfalls, der gut für uns Touries, aber wohl eher kaum für die Türken selbst ist….

Im Hotelgebiet gab es Unmengen an Restaurants, Klubs, Imbissen etc. Nur waren die wenigen Restaurants, in denen es auch ein Bierchen gab, brechend voll und laut, während die glaubenstreue Konkurrenz wenig einladend mit Plastiktischen punkten wollte. Als sich gerade Ratlosigkeit breit machen wollte, ging die Sonne auf: aus einem Lokal klang Livemusik auf die Straße. Eingedenk des unvergesslichen Erlebnisses in Irland setzten wir unsere Füße also ins Sentez Kültür …… und kamen 4 Stunden später glücklich wieder heraus. Vielleicht waren es auch 5 Stunden. Seit dem weiß ich jedenfalls zum Beispiel, wie Raki ortstypisch getrunken wird.

Neben Beate steht die Sängerin und rechts außen die Künstlerin die, ja was, eine Art Laute gespielt hat.

Nach dem eher spärlichen Frühstück mit schlechtem Kaffee ließen wir uns an nächsten Tag per Taxi zum Airport kutschieren, um das Auto in Empfang zu nehmen. Der Fahrer war so nett, einen kurzen Halt am Atatürk- Mausoleum einzulegen. GC7B9P3

Am Flughafen ausgesetzt, begann die Suche nach der Autovermietung. Zum Einen waren viele Türen am Terminal verschlossen und zum Anderen gab es keine Hinweisschilder. Nach etlichen Runden (machte sich später gut bei der Rückgabe) wurden wir endlich fündig und hielten kurz darauf die Schlüssel für unser Fahrzeug in den Händen. Google führte uns gewohnt sicher Richtung Osten. Als immer wieder gewaltige Hochhäuser am Horizont auftrauchten, fragten wir uns, welche Städte das wohl sein könnten. Anwort: alles noch Ankara.

Aber endlich wurde es ländlich. Nach ca. 1 Stunde Stop am Salzsee Tuz Gölü, den wir nur dank Geocache GC892DV wahrgenommen haben.

Die erste Übernachtung war mit booking im Seki Cave Suites im Örtchen Çavuşin gebucht worden. Gerne hätten wir verlängert, aber das ging leider nicht. Ibrahim, die gute Seele des Hauses, brachte uns abends persönlich zum Retaurant in der Nähe. Das war nicht schlecht, aber irgendwie ungemütlich. Nach der Fahrt, dem Essen und dem guten türkischen Bier schliefen wir natürlich hervorragend in der Höhlenwohnung. Tatsächlich in den Tuffstein getriebener Raum 4 x 8 Meter plus Bad.

Das Frühstück am Morgen war das Beste auf unserer kleinen Reise und der Maßstab in den anderen, kommenden Häusern. So gestärkt gingen wir auf die erste Wanderung in der Nähe des Hotels. Die Gegend ist einfach atemberaubend. In jeden Felsen wurden Wohn- und Wirtschaftsräume getrieben. Manchmal scheint nur der Zufall den Einsturz der ausgehöhlten Tuffsteins zu verhindern. Leider liegt überall Müll, meistens in Form von Plastikflaschen, herum. Am Staat kann es nicht liegen, den Müllcontainer gibt es überall in rauhen Mengen.

Nach kurzer Suche fanden wir einen intakten alten Cache von 2005 GCPRHC

Im Nachgang stifteten wir dann eine Plastikbox, um ihn noch lange der Nachwelt zu erhalten.

Noch unterkunftslos zogen wir also am nächsten Morgen, d. 19.09.2021 auf Erkundungstour.

Das ganze Gebier ist relativ klein, vielleicht 20 x 20 km und erstreckt sich um einen erloschen Vulkan.

Der 20. September begann mit einem Blick aus dem Fenster auf unser schönes Hotel.

21. September

22. September 2021

23. September 2021

Und schon ist der letzte Tag herangekommen. Das Geräusch kennen wir schon: Die Ballons sind wieder da.

Wehmütig genießen wir das excellente Frühstücksbuffet. Beate kümmert sich noch um ein Katzenbaby und gibt dem Servicemann noch ein paar Tips zu dessen Pflege. Das Wetter ist dabei, zu kippen. 12 Grad und zunehmender Pieselregen. Die Ballonfahrer werden nicht wirklich beneidet. Wir verabschieden uns vom Hotelteam und erfahren noch von Ibrahim, dass er mit Nachnahmen Yilmaz heißt und gerade ein philosophisches Buch herausgibt.

Dann geht es mit leichtem Südwestbogen gen Ankara. Am Narligöl vorbei, einem See in Herzform, mit Cache GC8D2E8, den es aber nicht mehr gibt, dafür jede Menge Müll, fahren wir wieder zum Salzsee.

Denn nur hier gab es Apfeltee in allen Varianten. Am Salzsee gibt es 2 Rasthäuser und wir steuern aus Versehen das Andere (Richtung Kayseri), also nicht das vom letzten Mal an. Es ist sehr leer, es gibt aber auch hier Alles und der Eigentümer hat in Deutschland gearbeitet und lädt zum Tee. Wünschen wir ihm, dass sich die Investition gelohnt hat.

Und schon sind wir in Ankara. Das ausgesuchte Hotel im Stadtzentrum wird zwar gefunden, aber nicht der versprochene Parkplatz und der Verkehr ist mörderisch. Es kommen Zweifel auf, ob wir morgen früh pünktlich zum Flughafen kommen. Also schreiben wir die 30 Euro in den Wind und buchen am Straßenrand eine Unterkunft in Flughafennähe. Türkischlektion: Flughafen = Havalimani.

60 Minuten später sind wir zwar in Flughafennähe, aber von dem Appartmenthaus ist weit und breit nichts zu sehen. Es ist nach 20 Uhr und wir werden … na ja, nicht nervös, aber es nervt. Nach etlichen Kontaktversuchen ruft der Vermieter zurück und es stellt sich heraus, dass die bei booking hinterlegte Adresse falsch ist: das Haus liegt bei Istanbul! Nun haben wir in den Mia Thermal Suites bei Volkan eine Gratis- Übernachtung offen 🙂

Aber es gibt noch eine Lösung: das bei booking geschmähte Anadolu Hotels Esenboga Thermal Kurz vor 22 Uhr laufen wir dort ein. Das Restaurant hat zu, aber die freundliche Barfrau serviert lächeln zu unserem Raki bzw. Rotwein einen Riesen Obstteller aufs Haus. Das Hotel ist top und das Zimmer entpuppt sich als Suite. Die 55 Euro wollen abgewohnt werden und ich könne mir ein Bad in der Whirlwanne. Sicher, der Komplex ist etwas abgewohnt, aber es gibt keinen Grund für die schlechten Bewertungen.

Auch das Frühstück am nächsten Morgen ist frisch zubereitet und opulent. Man könnte über die fehlende Atmosphäre in dem für hunderte Gäste ausgelegten Saal klagen.


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