Freitag 06.07.2013  Nach der Arbeit fahren wir schon Mal ein Stück Richtung Süden. In Bad Berneck in der Gegend von Bayreuth ist ein Zimmer im Schwarzen Roß reserviert. Eine  gute Wahl. Für 65 .- ein ganzes Appartment. Und super fränkische Küche. Hmmm… die Lammhaxe mit hausgemachten Spätzle….schwarzes-ross-bad-berneck

Samstag 07.07.2013    20 km Stau auf der A9 Richtung München. Wir disponieren ein wenig um und fahren über Ulm und den Reschenpass nach Südtirol. Im Jahre 1949/50 wurden die Dörfer Graun und Reschen im Oberen Vinschgau Opfer eines rücksichtlosen Staudammprojektes. Wer mehr erfahren will, clickt hier. versunkene-KircheAm Abend kommen wir in Sulden am Ortler an. Wir versuchen, uns im Ort zu orientieren. Ein Mann der Bergwacht kommt zu seinem Auto. Wir fragen ob er weiß, wie die Situation am Tabaretta- Klettersteig ist. Er ist nicht von hier und verweist auf Berführer Ernst. Dieser ist gerade im Café hinter uns. Ein reiferer sonnengegerbter Herr. Erkundigt sich wieder bei jemand Anderem und rät dann ab. Zu viel Schnee. Hm. Wir gehen erstmal zur Unterkunft. Für nur 41.- ist im Hotel Alpina dank booking.de ein Zimmer für den halben Preis reserviert. Die Speisekarte ist kurz aber o.k.  Südtiroler Wein und Bier tun ihr übriges. Geschafft fallen wir ins Doppelbett.

Bei der Gelegenheit noch ein Tip zu Sulden und Ortler: Infos gibt es bei www.alpinschule-ortler.com. Z.B. kosten die Ortlerbesteigung über den Normalweg bei 3 Teilnehmern 190.- pro Person und der Tabaretta- Klettersteig bei 2 Teilnehmern 160.- p.P.  Es gibt auch eine Hochtourenwoche (Ortler, Königsspitze, Cevedale usw.) mit 5 Klettertagen und 6x Ü/Halbpension für 1.170.- p.P.  Wenn ihr mich fragt: sehr moderate Preise.

Sonntag 08.07.2013  Aus dem Fenster haben wir einen tollen Blick auf den Ortler und den Tabaretta- Klettersteig, unser Ziel.

Ortlerblick

Aber erst mal frühstücken. Es gibt eine nie gesehene Auswahl an losen Tees.Tee-AlpinaIm  Spar (auch sonntags geöffnet) erstehen wir ein Büchlein mit Karten und Wandertips für die Region. Hier wird die Wanderung auf die hintere Schöntaufspitze (3325m) vorgeschlagen. Also hoch mit der Seilbahn auf 2500 m und losgewandert.  Nach ’ner halben Stunde  ist die Madritschhütte (2818m) erreicht und der breite Weg hört schlagartig auf. Jetzt müssten wir durch Wadentiefen nassen Schnee weiter, wie einige von oben kommende Wanderer berichten. Das fällt aus. So genießen wir noch eine Weile das 3tausender Panorama (das in unmittelbarer Nähe leider von den vielen Liftanlagen gestört ist), beobachten die Schafe samt Schäfer im Schnee und gondeln wieder nach unten.

3-Gipfel

Schafe-im-SchneeNein, nicht sofort. An der Schaubachhütte gab’s noch ein Getränk. Und dann sah ich aus den Augenwinkeln einen Hundeschwanz hinter der Hauskante hervorlugen und wusste sofort, wo der ‚rangehört. Ach, war das ein Geschmuse.Wolfhound-Ortler

Einen Kloß im Hals bekamen wir dann beim Anblick des am Hause angebrachten Reliefs. Am 5. August 1997  kamen am Gran Zebrù bei 2 Unfällen 7 Bergsteiger ums Leben, darunter “ three firefighters (Lauro Vecchi 51 years, Fedele Chariots of 39 years and Ivano Pagliani) and their friend (Fabrizio Campani of 45)“.  Steigende Temperaturen führten zum Abbruch von großen Eisfeldern im Gipfelbereich. Am 23.Juni 2013 starben übrigens wieder in 2 Unfällen 6 Bergsteiger am Berg. Uij jui jui…. Wir verabschieden uns lieber von diesem tragischen Ort.Gran-Zebru-4-Opfer

Gran-Zebru-2In Sulden begeben wir uns mit gepackten Rucksäcken zum Langensteinlift und kaufen 2x nur aufwärts bis 2400 m.  Ab hier geht es geruhsam 4 km zur Tabarettahütte auf 2556 m. Wobei die Höhenmeter ganz zum Schluß kommen. Als wir die in Angriff nehmen wollen, sehen wir hinter uns eine größere Gruppe von jungen Menschen. Was, wenn die auch zur Hütte wollen und die dann voll ist, wenn wir kommen? Also wurde mal mal ordentlich losgegangen. Lange vor der Jugend, die noch weiter zur Payerhütte wollte, kamen wir schweißnass oben an und genossen die Ruhe und das Panorama. In der Hütte waren abends dann nur wir 2 und Judith mit Sohn Samuel. Hüttenpreise: Übernachtung im Zimmer 16.- p.P., Frühstück 11.-, Gr. Bier 3,80, viertel Rotwein 3.-, Bretteljause 9.-, riesige Gulaschsuppe 6.-, ist doch o.k. oder?

zur-Tabaretta-1

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Montag 08.07.2013   Das Wetter ist durchwachsen. Nachts hat es mörderisch gewittert. Kein gutes Vorzeichen für 500 Höhenmeter am Stahlseil und wir zaudern noch. Der Hüttenwirt dagegen meint: nicht warten, starten! Dann also los. Auf gleicher Höhe geht  man ca. 1 km bis zum Einstieg. Die Restschneefelder, die es zu queren galt, kosteten schon die erste Kraft. Dann das Geschirr angezogen und nach oben. Nach oben heißt wirklich nach oben, denn es geht gleich senkrecht hoch. Auf dem ganzen Weg gibt es keine Tritthilfen, nur das Stahlseil. Wer hier schon Probleme bekommt, sollte umkehren. Später geht das nicht mehr.

Start-Klettersteig

Start-Klettersteig2

Tabaretta-kletterst1eigAls wir denken das Schwerste geschafft zu haben, kommt die Schlüsselstelle: eine leicht überhängende 20 m hohe Platte, durch die das Stahlseil schräg ansteigend aufwärts führt. Die Füße schaben immer am Nichts und fast nur an den Händen geht es vorwärts. Zum ersten Mal seit der Martinswand in den 90ern muß ich mich in einem Klettersteig festmachen und die Arme ausschütteln. Unter dem Hintern über 100 m Luft. Beate kommt unverdrossen nach und braucht nur am letzten Stück etwas Zug mit einer Schlinge. Als dann das Wandbuch erreicht ist, wissen wir, dass der Ausstieg nicht mehr weit sein kann. Am Ende des Seils ist noch eine Schneerinne zu bewältigen und dann stehen wir nach fast 3 Stunden  oben, auf dem Weg der ganz Harten zum Gipfel des Ortler. Wir wenden uns dagegen nach rechts und haben nach 500 m die Payerhütte (3029 m) erreicht.  Ein bisschen quatschen mit den Gipfelsiegern, die in Scharen von oben kommen und dann gehts auf dem Wanderweg abwärts. Fazit: ein Hammer- Klettersteig, der nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist und nur bei sicherem Wetter begangen werden darf: Umkehr unmöglich .Tabaretta-klettersteig-schl

Tabaretta-Wandbuch

tabaretta-ausstieg

tabaretta-wieder-in-Sulden

Gegen 17 Uhr sind wir wieder unten in Sulden und wollen noch ein Stück Richtung 3 Zinnen fahren. Wir kommen bis St. Magdalena, Hr. Messners Heimatort und beschließen, hier zu übernachten. Die Auswahl ist nicht sonderlich groß und wir sind froh, in der Pension Sonia unterzukommen. Für 60.- gibt es eine heiße Dusche, Fernsehen, ein bequemes Bett und als Clou einen Shuttle zum Restaurant im Nachbarort St. Peter, weil das Hiesige völlig heruntergekommen ist.

Dienstag 09.07.2013  Beim Frühstück begutachtet Beate ihre lädierten Finger. An schwere Klettersteige ist in den nächsten Tagen eher nicht zu denken. Als ich früh um 6 das erste Mal die Augen aufmachte, strahlten die Geißlerspitzen in der klaren Luft und in der Morgensonne. 2 Stunden später war alles in feuchtem Dunst verschwunden. Auf Empfehlung des Gastgebers fahren wir zur Zanser Alm und gehen ein wenig wandern. Iihh, wandern. Erst links vom Bach aufwärts, dann rechts davon abwärts. Zu sehen: Weg, Bäume, tiefhängende Wolken.  Und ganz kurz mal die Geißlerspitzen, die auf dem Foto des Fremdenverkehrsvereins ganz anders aussahen.Tabaretta-Beates-Haende

Karte-Zanser-Alm

Geisslerspitzen

Geisslerspitzen-ideal

Wieder folgen wir der Empfehlung des Gastgebers aus der Pension Sonia und fahren nördlich bis Toblach. Hier beginnt das Reich der 3 Zinnen, der Sextener Dolomiten. Im Ort ist erst mal Mittagspause. Bis 15 Uhr hat alles zu. Obendrein geht ein mächtiger Regenguß nieder. Als die Bewölkung aufreißt, sieht der Blick auf die Berge nicht sehr vielversprechend aus. Die Hüttenwirte, die ich in den Tagen zuvor angerufen hatte, hatten vor dem vielen Schnee auf den Klettersteigen gewarnt. Und sie hatten wohl recht…. Bei der Touri- Information gehen wir mal ins Internet. Toblach: jeden Abend Gewitter. Dresden: Sonne. Den hübschen verdutzten Mädels auf der Info verkünden wir, nun heimfahren zu wollen. Wir versprechen aber, im nächsten Jahr einen neuen Anlauf zu nehmen. Und das ist ernst gemeint. Gegen 18 Uhr werden im M-Preis Supermarkt noch ein paar Liter Olivenöl und einige Kilo bei uns nicht erhältliche Nudeln gekauft und gegen 1 sind wir zu Hause im Bettchen.Sextener-DolomitenMittwoch 10.07.2013  Ja, so geht Sommer. Luft wie Seide, milde Temperaturen. Ausgeschlafen frühstücken wir bis  nach 12 auf der heimischen  Terrasse, packen dann in Ruhe und machen uns abends auf den bekannten Weg nach Sachsen. Lecker Abendessen in der Hocksteinschänke. Geschlafen wird am Denkmal.

Donnerstag 11.07.2013  Neeeiiin! Graue Wolken jagen über die Tafelberge. Nachts ging ein Regenschauer nieder. Das Thermometer zeigt 13 Grad. 13-grad-am-denkmalWir lassen uns nicht erschüttern und machen den lange schon  angedachten Ausflug nach Dresden. Kurz zum Globetrotter und danach ein wenig Kultur. Grünes Gewölbe vielleicht. Und endlich mal Annemarie und Bodo besuchen. Im Globi springen für mich  1 Paar neue Mythos heraus. Der Laden ist phantastisch angelegt und wir stöbern länger als geplant.Globi-DD-MythosDann gibt es ja noch Karstadt- Sport und Sport- Scheck. Wir trauen unseren Augen kaum, als wir im Parkhaus für 7 Stunden bezahlen sollen. Fürs Grüne Gewölbe ist es nun zu spät und B+A gehen  nicht ans Telefon. In Pirna gibts im Escobar ein leckeres Abendessen. Es folgt die nächste Nacht am Denkmal im Auto.

Freitag  12.07.2013    Endlich! Sommer auch in Sachsen. Wir gehen  auf Gipfelsuche in den Ochelwänden. Waitzdorf, Kohlmühle… Straßensperrungen, Umleitungen. Eine surreale, noch nie gesehene Gegend hier hinten. Ein großes  altes Backsteingebäude einer kürzlich aufgegebenen Fabrik sieht aus, wie einen SciFi- Film entsprungen. Der Schinderkopf wird nach 2 Stunden Wandern und Suchen gefunden und über den AW   IV bestiegen. Den Ring gibt es noch nicht sehr lange. Ausrutscher auf der Reibung  haben davor unweigerlich am Einstieg geendet. Leider wird die Idylle vom Lärm der Waldarbeiter und deren Maschinen erheblich beeinträchtigt.SchiKO-AW

Berg-heil-2013-SchinderkopfDer nächste Gipfel soll die Berg Heil Scheibe sein. Als sie gefunden ist, stehen wir vor einer kleinen Quacke mit max. 10 mHöhe. Auf TT.de  war der Nordweg III empfohlen worden. Dann noch die Trichterkante V v.o.g.  Als wir den Berg verlassen, gibt es das Gesträuch nicht mehr. Dafür wurde eine 1A Sanduhr freigelegt.BHSch-N-weg-IIIWeiter gehts. Zum Promon. Der ist so gut versteckt, dass wir ihn nicht finden. Dafür aber Relikte aus alten Zeiten.GoldiSamstag  13.07.2013    Klettern in Rathen. Karl und Ilona holen uns in der Hocksteinschänke ab. Nach 2 Nächten und 3 Tagen ohne Dusche war mal ein Zimmer nötig. Wir  fahren zum Parkplatz an der Bastei und gehen die Touri- Piste abwärts bis zum Tiedgestein. Hier beginnt die Rahmhanke. Weil Vlocke nicht dabei ist, können wir uns dieses Schmankerl endlich mal wieder erlauben.Rahmhanke-1

Rahmhanke-2

Rahmhanke-3

An der Margaretenspitze sacke ich den AW III. Karl vollendet. Dann muß Beate den Ausstieg der SO- Verschneidung IV auf den Torsteiner Turm vollenden. Mit einem Wort: es läuft noch nicht so richtig.  Zum Trost macht v.o.g. die SW- Verschneidung VI so richtig Spaß. Der Abend klingt in der Hocksteinschänke aus. Das Wetter soll in Sachsen am Sonntag schlecht sein und wir fahren nach Hause.

Sonnstag  14.07.2013  In Sachsen ist strahlender Sonnenschein und bei uns so la-la. Wofür bekommem Meteorologen  eigentlich ihr  Geld?  Egal. Noch ein Halbmarathon auf Inlinern bzw. 8 km gejoggt und dann ist der Kurzurlaub zu Ende.  N.d.U.i.v.d.U.